Tafel macht Kultur-Projekt in Stadtallendorf: „Meine bunte Nachbarschaft“

[Ein Beitrag von Damaris Müller]

„Tafel macht Kultur“-Projekt in Stadtallendorf verbindet Fotografie, Reportage und interkulturelles Verständnis

Seit Januar 2020 führt das Stadtallendorfer Jumpers-Familienzentrum „ConAct“ das „Tafel macht Kultur“-Projekt „Meine bunte Nachbarschaft“ durch.

Es kooperiert mit der Kindertafel Stadtallendorf sowie der Gemeinwesenarbeit Stadtallendorf, mit denen sich das Familienzentrum bereits seit Jahren gemeinsam erfolgreich für die Entwicklung des Stadtteils Südstadt einsetzt.

Mädchen fotografiert

Mit Hilfe der neu erworbenen Fähigkeiten rund um den Fotoapparat wird das Geschehen auf dem Spielplatz festgehalten

Im Rahmen des Projekts erkunden Grundschulkinder und junge Teens als Stadtteilreporterinnen und -reporter das erweiterte Umfeld des Familienzentrums und markante Orte in Stadtallendorf. Ausgerüstet mit Kameras und Diktiergeräten dokumentieren sie das Vorgefundene und Statements ihrer Interviewpartnerinnen und -partner.

Unterstützt und begleitet werden die Kinder dabei von zwei professionellen Fotografen und Kommunikationsprofis. Diese haben mit den Kindern die technischen Funktionsweisen der Geräte und konzeptionellen Herangehensweisen erarbeitet.

Aktuell pausiert das „Tafel macht Kultur“-Projekt aufgrund der Corona-Krise, wird aber sobald wie möglich im Verlauf des Jahres weitergeführt.

Drei Beteiligte berichten

„Wenn es den Corona-Virus nicht gäbe, wäre ich gerne weiter hingegangen“, berichtet Teilnehmerin Hazime, die besonders begeistert war von ihrem Einsatz als Reporterin beim Tanz-Flashmob am Valentinstag im Kontext des Aktionstags „One Billion Rising“, welcher in Stadtallendorf von der Katholischen Kirche organisiert wurde.

Bei solchen „Außenterminen“ können die Kinder das gelernte Wissen rund um Kamera-Bedienung und Interview-Techniken ohne Scheu ausprobieren.

Das findet Projektmitarbeiter Josua besonders gut: „Man kann sehr, sehr viel experimentieren, ohne dass es gleich zu einem guten Ergebnis kommen muss. Man hat sehr viel Zeit, sich zu steigern. Ich glaube, das ist auf jeden Fall ein wichtiger Grund, dass die Kinder dranbleiben, nicht so schnell die Lust verlieren oder demotiviert sind, weil jedes Kind ja mal ein gutes Foto schießt und sich freut und merkt: Das habe ich gerade gemacht und es ist gut so, wie es ist! Und das ist sehr schön.“

Theaterszene

Auseinandersetzung mit dem Thema Kommunikation im Wortreich in Bad Hersfeld

Auch für die Einrichtungsleiterin Marielene Höflich ergeben sich zahlreiche positive Effekte durch das Tafel-macht-Kultur-Projekt. „Durch das ‚besondere‘ Essen, was es während des Fotoprojekts gibt, das Fachpersonal und die Kameras hat das Fotoprojekt den Charakter von etwas Besonderem, was die Kinder anlockt.“

Mit Blick auf das Projektmanagement und die Antragsstellung fügt sie hinzu: „Ich finde es großartig, dass ‚Tafel macht Kultur‘ eine Vollfinanzierung gewährleistet. So können auch Spendenorganisationen mit kleinem Eigenbudget großartige Projekte für die Menschen vor Ort anbieten und inhaltlich mit den Menschen wirklich einen Schritt vorangehen. Ich würde ‚Tafel macht Kultur‘ empfehlen wegen der professionellen Begleitung.“

[Eine längere Version des Beitrags mit ausführlichen Interviews findet ihr hier.]

Startet euer eigenes Projekt mit „Tafel macht Kultur“

Im Rahmen des Förderprogramms „Tafel macht Kultur“ können künstlerisch-kreative Projekte mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen gefördert werden. Wenn die Erfahrungen aus Stadtallendorf euch inspiriert haben, im kommenden Jahr ein eigenes Projekt durchzuführen oder ihr Informationen oder allgemeine Beratung wünscht, könnt ihr euch gern wenden an:

Damaris Müller: 0561 3087-544 oder per Mail unter email hidden; JavaScript is required

Projektskizzen müssen bis spätestens 1. September 2020 abgegeben werden.

Damaris Müller, Referentin für Drittmittelakquise und Tafel-Kooperation an der CVJM-Hochschule

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