Adventskalender: Andacht zum Heiligabend

[Ein Beitrag von Hansjörg Kopp]

Ein König. Wirklich?

Tür 24

Weihnachtskarte 2019 des CVJM

Was schaue ich manchmal fasziniert und durchaus auch ein wenig irritiert auf Monarchien. Königinnen und Prinzen, die repräsentieren, teilweise die Politik ihres Landes aktiv oder zumindest allein durch ihre Rolle mitbestimmen. Glanz und Gloria, Schmuck, Design, Juwelen, teures Essen, dicke Autos und vieles mehr.

Zu nahezu jeder Städtereise gehört es wie selbstverständlich, dass wir Schlösser besichtigen. Staunend geht es durch große Gartenanlagen mit Nebenschlössern, Kapellen und Pferdeställen oder Garagen.

Ob ich dazugehören möchte? Eigentlich nicht. Oder doch, manchmal zumindest? Oder wenigstens für ein paar Tage „König spielen“?

Burg Eltz Außenansicht

Prunkvolle Schlösser und Burgen gibt es zahlreiche in Deutschland und Europa (wie hier die Burg Eltz)
Fotos: Unsplash

Und an Weihnachten? Da schauen wir auf einen König, der so anders ist: „Sieh, dein König kommt zu dir, ein gerechter und ein Helfer“ kann man im Alten Testament beim Propheten Sacharja (9,9) lesen. Als Jesus kurz vor seinem Tod an Palmsonntag auf einem Esel nach Jerusalem reitet, taucht dieses Motiv wieder auf. Er ist der König. So wird er gefeiert.

Dann feiern wir an Weihnachten also die Geburt eines Königskindes. Ein Prinz: geboren in einem Stall, Ochs und Esel als Heizung, die Eltern (mittlerweile verheiratet) legen ihn in einen Futtertrog. Wo würde sich die Szene heute abspielen? Würde Jesus in einem günstigen Hostel geboren oder in einer Tiefgarage oder doch in einem Krankenhaus, Mutter und Kind liegen anschließend im Mehrbettzimmer, um dann auf sich allein gestellt zu sein?

Der Apostel Paulus überliefert ein altes Lied der ersten Christen (Philipper 2). In dem heißt es, dass Jesus „sich selbst entäußerte“. Er legte ab, ließ zurück im Himmel. Tauschte sozusagen den himmlischen Palast mit allem, wovon wir träumen, um nah bei uns Menschen zu sein.

Krippe

Jesus kommt in einem Stall zur Welt

Das ist Weihnachten. Das Kind in der Krippe, im Futtertrog, ist ein König, der ganz anders ist. Wie unlogisch das für uns ist, zeigen z. B. die Weisen aus dem Morgenland, die, dem Stern folgend, dennoch zum Palast in Jerusalem abbiegen und nicht zum Stall nach Bethlehem. Wo sonst soll ein König denn geboren werden?

Gott durchbricht unsere Denklogik und kommt in einem Stall zur Welt, um uns nahe zu sein. Er begegnet uns auf Augenhöhe. Gar nicht royal. Wie wunderbar, großartig, unbegreiflich.

Weihnachten heißt: staunen über einen wunderbaren Gott. Das wünsche ich dir und Ihnen im Namen des CVJM.

Hansjörg Kopp, Generalsekretär des CVJM Deutschland

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