Adventskalender: Andacht zum vierten Advent

[Ein Beitrag von Claudia Kuhn]

4. Advent

4. Advent

Von der Sehnsucht

  • „Weihnachten voller Hoffnung“,
  • „Meine Weihnachtsliebe“,
  • „Eine Prinzessin zu Weihnachten“,
  • „Ein Weihnachtswunder als Zugabe“,
  • „Weihnachten zu Hause“

Dies sind Titel von Weihnachtsfilmen eines Streamingdienstes. Und es ist nur eine Auswahl der Weihnachtsfilme, die dort zu finden sind!

Ich bin dieses Jahr darüber gestolpert, wie viele Weihnachtsfilme verfügbar sind, schon allein bei einem Streamingdienst und dann gibt es ja noch mehrere Anbieter! Über diese Fülle stolpere ich nicht nur bei Weihnachtsfilmen, sondern auch bei Filmen und Serien allgemein, bei Zeitschriften, bei Schokoladen- und Teesorten. Die Fülle an Möglichkeiten um uns herum steigt gefühlt exponentiell immer weiter an. Weihnachtsfilme sind von dieser Steigerung eben auch nicht ausgenommen.

Fernseher mit Weihnachtsfilm

Im Advent haben Weihnachtsfilme Hochkonjuktur

Warum macht sich das Thema Weihnachten in Filmen so gut? Es geht in diesen Filmen nicht um die Geburt Jesu, nicht um einen Stall, nicht um Maria und Josef. Es geht oft um Beziehungen: in Familien, Partnerschaften, Freundschaften, Nachbarschaften. Um Vergebung nach langem Streit. Um ein friedlicheres Miteinander in Familien. Darum, jemanden zu finden, der einen annimmt, wie man ist.

Ich glaube, dass diese Filme einen gemeinsamen Kern haben: Jeder Mensch hat eine Sehnsucht in seinem Herzen. Eine Sehnsucht danach, für jemanden etwas Besonderes zu sein, eine Sehnsucht danach, angenommen zu sein, wie man ist. Eine Sehnsucht danach, etwas zu bewirken.

Es scheint paradox, dass gerade in der Fülle, in der wir leben diese Sehnsucht nicht erfüllt werden kann. Dass eine Leere zurückbleibt in uns. Und in der Adventszeit wird sie anscheinend besonders deutlich. Was spannend ist, denn gerade zu Weihnachten erinnern wir uns an ein Ereignis, dass dieser Sehnsucht entgegenkommt.

Love geschrieben mit einer Wunderkerze

Die Sehnsucht, geliebt zu werden, ist an Weihnachten besonders groß

Augustinus, ein Philosoph und Kirchenvater des 4. Jahrhunderts, schreibt davon, dass Sehnsucht eine Grundempfindlichkeit des Menschen ist. Er ist der Überzeugung, dass der Mensch in seinem Wesen jemand ist, der sich nach Gott sehnt. Sehnsucht ist die beste Voraussetzung, um Gott zu begegnen. Davon erzählt auch eine jüdische Weisheitsgeschichte:

Ein junger Jude sagte zum Rabbi: „Ich möchte zu dir kommen und dein Schüler werden.“ Da antwortete der Rabbi: „Gut, das kannst du, ich habe aber eine Bedingung. Du musst mir eine Frage beantworten: Liebst du Gott?“

Da wurde der Schüler traurig und nachdenklich. Dann sagte er: „Eigentlich lieben, das kann ich nicht behaupten.“ Der Rabbi sagte freundlich: „Gut, wenn du Gott nicht liebst, hast du dann etwa Sehnsucht ihn zu lieben?“

Der Schüler überlegte eine Weile und erklärte dann: „Manchmal spüre ich diese Sehnsucht sehr deutlich, aber meistens habe ich soviel zu tun, dass die Sehnsucht im Alltag untergeht.“ Da zögerte der Rabbi und sagte dann: „Wenn du die Sehnsucht, Gott zu lieben, nicht so deutlich verspürst, sehnst du dich dann vielleicht danach, diese Sehnsucht zu haben, Gott zu lieben?“

Da hellte sich das Gesicht des Schülers auf und er sagte: „Genau das habe ich. Ich sehne mich danach, diese Sehnsucht zu haben, Gott zu lieben.“ Der Rabbi entgegnete: „Das genügt. Du bist auf dem Weg.“ (Autor unbekannt)

Maria, Josef und Jesus vor vielen Lichtern

Jesus begegnet unserer Sehnsucht

Für mich ist es ein Geschenk, dass Gott sich auch nach uns sehnt und sich auf den Weg zu uns macht. Darauf bereiten wir uns im Hinblick auf Weihnachten in dieser Adventszeit vor: dass Gott in Jesus in unserer Welt ankommt. Er ist derjenige, der deiner Sehnsucht begegnen kann. Er vermag, was die Fülle um uns herum nicht schafft. Er wünscht sich Beziehung mit dir. Dafür sucht er nur einen Landeplatz in deinem Leben. Hast du Platz für ihn?

Claudia Kuhn, Referentin Aktion Hoffnungszeichen

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