17. Oktober: Tag der Bekämpfung der Armut

„Armut ist nicht natürlich, sie wurde von den Menschen geschaffen und kann deshalb überwunden, sowie durch geeignete Maßnahmen ausgerottet werden. Die Beseitigung der Armut ist kein Akt der Barmherzigkeit, sondern der Gerechtigkeit.“

Nelson Mandela, Friedensnobelpreisträger

Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut

Der 17. Oktober wurde 1992 von der Generalversammlung der UN zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut erklärt.

Armut in all ihren Formen und überall zu beenden ist ein grundlegendes der 17 Ziele der nachhaltigen Entwicklung, die 193 Staaten 2015 mit den Vereinten Nationen vereinbart haben, um Armut und globale Ungerechtigkeiten bis 2030 zu überwinden.

Die sogenannten SDGs (Sustainable development goals) werden häufig auch als „Agenda 2030“ bezeichnet. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, Armut umfassend in den Blick zu nehmen und mit dem Motto „Leaving no one behind“ sicherzustellen, dass keine Person oder Gruppe außer Acht gelassen wird. Auch christliche Organisationen waren an der Erstellung der Ziele wesentlich beteiligt.

SDG Ziel 1

Ziel 1 der SDGs: Keine Armut

Armut beenden

Ca. 11 % der Weltbevölkerung leben in extremer Armut. Das waren 836 Millionen Menschen im Jahr 2015. Menschen in extremer Armut stehen am Tag lediglich 1,25$ für Nahrung zur Verfügung. Die Weltgemeinschaft hat es sich zum Ziel gesetzt, die extreme Armut bis 2030 komplett zu beenden. Neben extremer Armut unterscheidet man nach der Definition von Armut noch die relative und die gefühlte Armut.

In diesen Formen ist Armut nicht nur ein Thema in den „Entwicklungsländern“. In Deutschland gilt als arm, wer weniger als 60 % des mittleren Einkommens hat. 15,5 % der Deutschen gehören zu dieser Gruppe, das sind 12,5 Mio. Menschen.

Armut führt dazu, dass die Teilhabe an der Gesellschaft, an Konsum und Kultur, an Freizeitaktivitäten und Mobilität nur eingeschränkt möglich ist. Zur Erreichung dieses Entwicklungsziels gehört auch das Unterziel, bis 2030 den Anteil der Männer, Frauen und Kinder jeden Alters, die in Armut in all ihren Dimensionen nach der jeweiligen nationalen Definition leben, mindestens um die Hälfte zu senken.

Das würde für Deutschland bedeuten, die Quote der in Armut lebenden Menschen auf 7,75 % zu reduzieren.

Ein Beispiel des Wandels

Bubaneshwar ist die Hauptstadt von Odisha im Osten Indiens. In der Region ziehen viele vom Land in die Stadt auf der Suche nach Arbeit und besseren Lebensmöglichkeiten.

Die Lebensbedingungen werden damit aber eher noch schlimmer. Eltern gehen als Tagelöhner zur Arbeit, die Kinder werden zwangsläufig vernachlässigt, müssen kochen und auf die Geschwister aufpassen. Wenn sie jedoch keine Schulbildung erfahren, haben sie keine Chance auf eine angemessene Ausbildung und sich später einen entsprechenden Lebensunterhalt zu verdienen.

Deshalb nimmt sich der YMCA Bubaneshwar seit vielen Jahren mit großem Verantwortungsgefühl der benachteiligten Kinder aus den Slums an. An zehn Orten werden jährlich bis zu 300 Kinder durch grundlegende Schulbildung gefördert, z. B. durch Vorschulangebote, Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfeunterricht und der Bereitstellung von Schulmaterial. Bildung ermöglicht diesen Kindern eine bessere Zukunftsperspektive und eröffnet Wege aus der Armut.

Dieses Projekt wird vom CVJM Deutschland durch unser Programm Aktion Hoffnungszeichen unterstützt.

Unser Beitrag im Alltag

Was wir hier in unserem Alltag zur Erreichung des Ziels tun können:

  • Kleidung, Haushaltsgegenstände, technische Geräte nicht wegwerfen, sondern nach weiterer Verwendung suchen; z. B. zu Second-Shops bringen. Es könnte jemanden geben, der es noch gut gebrauchen kann.
  • Waren kaufen, die gemäß ethischen Standards produziert wurden. Solche Standards garantieren, dass den Beschäftigten in Anbau und Produktion ein gerechter Anteil des Gewinns zukommt.Logo_CVJM-Aktion-Hoffungszeichen

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