„Ich freue mich, dass junge Menschen aus schwierigen Situationen eine Zukunftsperspektive erhalten“

Cathrin Heidelbach, Studentin an der CVJM-Hochschule, berichtet von ihrem Praxissemester im YMCA Sokodé (Togo):

Cathrin Heidelbach

Cathrin Heidelbach

Cathrin, wo warst du im Praxissemester? Warum hast du dich für diese Praxisstelle entschieden?

In meinem Praxissemester arbeitete ich in einem Gefängnis- und Präventionsprojekt im YMCA Sokodé in Togo mit.

Bereits nach meiner Schulzeit half ich für ein Jahr im Jugendzentrum des YMCA Togo in der Hauptstadt Lomé beim Programm. Das Land und die Menschen prägten mich damals sehr und liegen mir am Herzen. Daher nahm ich die Chance gern wahr, noch einmal für mehrere Monate dort zu leben und zu arbeiten.

Welchen Aufgaben bist du dort nachgekommen?

Ich begleitete junge Erwachsene, denen der YMCA Ausbildungsplätze finanziert. Regelmäßige Besuche in den Werkstätten, Lösungsfindung für Konflikte, Organisation von Treffen aller Auszubildenden, Aufklärungsarbeit und vieles mehr gehörten hier zu meinen Aufgaben.

Eine der Auszubildenden an der Nähmaschine

Eine der Auszubildenden bei der Arbeit

Außerdem begleitete ich meinen Chef jede Woche ins Gefängnis, wo wir uns mit den Gefangenen austauschten, um Wege zu finden, ihre Gerichtsprozesse schneller voranzubringen und die Haftbedingungen zu verbessern.

Was hat dir am meisten Freude bereitet?

Ich freue mich, dass diese jungen Menschen aus so schwierigen Situationen durch dieses Projekt eine Zukunftsperspektive erhalten.

Schulung

Aufklärungsarbeit mit Einheimischen

Der YMCA Togo kann letztendlich nicht viel für die einzelne Person tun – aber es ist genug, um den Start ins Berufsleben zu ermöglichen und somit ganz neue Aussichten zu schenken.

Was war deine größte Herausforderung?

Manche Arbeitsweisen und zeitlichen Abläufe waren herausfordernd für mich. Oft war ich beispielsweise die Erste, die morgens zur Arbeit kam und arbeitete dann erstmal ein bis zwei Stunden ohne andere Mitarbeitende, weil diese erst später kamen.

Ich fand schnell heraus, dass ich es hier mit kulturellen Unterschieden zu tun hatte und nutzte diese Herausforderung, um mich in Geduld zu üben und meine Selbstständigkeit weiter auszubauen.

Kannst du dir vorstellen, dieser Aufgabe auch hauptberuflich nachzugehen?

Ja! Eins hat sich durch das Praktikum für mich bestätigt: Ich möchte nach dem Studium auf jeden Fall wieder ins Ausland. Ob das nun die Arbeit im Gefängnis und mit jungen Menschen aus prekären Situationen sein wird, kann ich noch nicht sagen.

Im Gespräch

Im Austausch mit Klienten

Ich bin offen dafür, interessiere mich jedoch auch für andere Arbeitsbereiche. Daher lege ich mich jetzt noch nicht fest und lasse mich später überraschen, wohin der Weg mich führt.

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