CVJM-Sport-»Oldies« erzählen

Interview mit dem ehemaligen Sportreferenten Herbert Peter

Von 1968 bis 1976 war Herbert Peter Sportreferent im CVJM Deutschland. Parallel dazu übernahm er zeitweise auch Aufgaben in den Bereichen Jungschar- und Öffentlichkeitsarbeit.

Herbert Peter mit seiner Frau Hannelore

Herbert Peter wurde 1934 in Eschenburg geboren. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Im Interview berichtet er von seiner Zeit als CVJM-Sportreferent.

Wann und wie kamen Sie das erste Mal mit dem CVJM-Sport in Kontakt?

Man könnte sagen, ich wurde in den CVJM hineingeboren. Ich ging in die CVJM-Jungschar und schon damals stellten sich meine Sportbegabungen heraus. Mit zehn Jahren holte ich bereits erste Plätze bei Wettkämpfen im Leichtathletik-Mehrkampf.

Später habe ich in unserem Dorf-CVJM mit Sportgruppen angefangen und die Jugendlichen zur Bewegung motiviert. Meine Kumpels und ich hatten z. B. eine Idee, um das Sprinten zu trainieren: Die Aufgabe bestand darin, neben einem fahrenden Motorrad herzusprinten und dann wurde geguckt, bis zu welcher Geschwindigkeit man mithalten konnte.

Wie sind Sie zu der Stelle des Sportreferenten gekommen?

Eigentlich habe ich den Beruf des Buchdruckers erlernt. Doch dann zog es mich zur hauptamtlichen CVJM-Arbeit. Ich ging an die CVJM-Sekretärschule in Kassel.

Meine erste hauptamtliche Stelle im CVJM führte mich als CVJM-Bundessportsekretär nach Wuppertal zum CVJM-Westbund.

Durch eine Weiterbildung zum Sportlehrer an der Sporthochschule in Köln konnte ich den Sportunterricht an der CVJM-Sekretärschule übernehmen. So wurde ich zum Sportreferenten beim CVJM Deutschland.

Was waren Ihre Aufgaben?

In meinen Aufgabenbereich fiel die Vorbereitung von deutschen und europäischen CVJM-Meisterschaften. In CVJM-Ortsvereinen führte ich Lehrgänge durch.

Und ich vertrat den CVJM-Sport in der Öffentlichkeit, z. B. gegenüber dem DSB (Deutscher Sport-Bund, heute DOSB) und gegenüber dem Gremium „Kirche und Sport“.

Beim Sportunterricht an der Sekretärschule haben mir besonders die Sportprojekte mit den Sekretärschülern sehr viel Spaß gemacht. So haben wir z. B. in unserer Turnhalle in Wilhelmshöhe ein wöchentliches Kindersportprogramm angeboten. Wir bauten verschiedene Geräte und Spielmöglichkeiten auf und die Kinder konnten das ausprobieren, wozu sie Lust hatten. Das war methodisch zu der Zeit etwas ganz Neues!

Welche Vorhaben und Ziele hatten Sie?

„Du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes!“ (Lk. 9,6), das war mein Konfirmationsspruch, der mich mein Leben lang begleitet hat und das war auch mein Ziel: Das Reich Gottes unter jungen Menschen auszubreiten.

Da ist und war Sport eine gute Möglichkeit, die vor allem meinen Begabungen entsprach. So habe ich in vielen Sportgruppen und auf vielen Sportfesten Andachten gehalten!

Welche Highlights, aber auch schwierigen Phasen hatten Sie?

Der israelische Sportverband „Elizur“ suchte einen Partner und landete schließlich beim CVJM-Sport. So waren wir mehrmals mit einer Delegation in Israel und bekamen auch Gegenbesuch in Deutschland. Wir machten gemeinsam Sport und reisten durch das Land. Das war immer sehr schön!

Hannelore und Herbert Peter mit Jonathan Löchelt

Ein schwieriger Konflikt in meiner Zeit war die Frage nach dem vollständigen Anschluss der CVJM-Sportarbeit an die, ich sag mal, weltliche Sportarbeit. Einige wollten dies unbedingt, andere auf keinen Fall. Es kam dann dazu, dass lokale CVJM-Vereine in die Spielrunden der weltlichen Verbände einstiegen.

Auch für Streit sorgte damals schon, dass einige Vereine aus den ansässigen Ortsvereinen für Wettkämpfe und Meisterschaften Spieler ausliehen, die natürlich um einiges besser waren, als die von CVJM-Mannschaften (da der CVJM eher breitensportlich ausgerichtet war).

Ein weiteres Highlight für mich waren die Olympischen Spiele in München, wo parallel in München eine weltweite CVJM-Sportkonferenz stattfand, die ich im Wesentlichen organisiert habe.

Was sind die Chancen des Sports im CVJM und für den christlichen Glauben?

Die Chancen waren, dass unsere Sportgruppen offen waren für jedermann, auch wenn er sportlich nicht Spitzenleistungen brachte. Dadurch wurden viele angelockt und wir haben immer Wert darauf gelegt, dass es am Ende immer eine Andacht gab. Verkündigung gehörte also fest zu unserem Programm.

Schon damals legten wir Wert auf den ganzheitlichen Ansatz, also Körper, Seele und Geist. So fanden viele den Weg nicht nur zum CVJM, sondern auch zum Glauben.

Was wünschen Sie der aktuellen und zukünftigen Sportarbeit im CVJM?

Dass die Grundlage, die von den Alten auf uns übertragen wurde, bewahrt wird: Sport als solcher hat keinen Selbstzweck, sondern kann nur in der Gemeinschaft »Körper, Seele und Geist« für den CVJM existieren! Das muss gewährleistet sein. Das muss zusammenbleiben und darf nicht verloren gehen.

Das ist die Chance über Sport an junge Menschen heranzukommen und ihnen von Christus zu erzählen!

Herzlichen Dank für das Interview und Gottes reichen Segen Ihnen!

Das Interview führten: Jonathan Löchelt, Referent CVJM-Sport, und Jonas Schöck, FSJler TEN SING / Sport bis August 2018

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Newsletter abonnieren (Jederzeit wieder abbestellbar)