CVJM Thüringen und ACJ Quindío feiern 10 Jahre Partnerschaft

[Ein Beitrag von Frank Rupprecht]

„Das kann doch nichts werden!“, das waren meine ersten Gedanken, als der damalige Landesjungendwart im Jahr 2008 dem Vorstand des CVJM Thüringen vorschlug, eine Partnerschaft mit dem Asociación Cristiana de Jóvenes (ACJ = Name des CVJM in Kolumbien) in Quindío zu beginnen.

Die Teilnehmenden an der diesjährigen Jugendbegegnung zwischen dem ACJ Quindío und dem CVJM Thüringen in Erfurt

Aus diesem: „Das kann doch nichts werden!“, sind inzwischen zehn Jahre geworden, die belegen, dass es für eine Freundschaft keine Grenzen und Hindernisse geben muss. Immerhin sprach vieles gegen eine Zusammenarbeit mit 10.000 Kilometern Entfernung und einer Sprache, die in unserem Sprachraum ein Nischendasein hat. Nicht zu reden von all dem Halbwissen über Drogen und die Paramilitärs. Meine Vorbehalte waren also prinzipiell sehr „vernünftig“.

Aber aus dem „kritischen Betrachten solch einer Beziehung“ ist eine tiefe Verbundenheit gewachsen, die ich nie für möglich gehalten hätte.

Neben Besuchen war es immer vorrangiges Ziel, Jugendliche beider Länder als Ehrenamtliche in das jeweilige Partnerland zu entsenden. Das Austauschprogramm „weltwärts“ der Bundesrepublik Deutschland und die organisatorische Begleitung und Durchführung des CVJM Deutschland waren dabei eine große Hilfe.

Frank Rupprecht (li.) mit Nelson Buitrago, dem Leiter des YMCA Risaralda

Trotzdem ist es für einen Mitgliedsverband ein finanzielles Risiko sich auf solche Projekte einzulassen. Auch die Verantwortung für die jeweiligen Jugendlichen ist nicht als gering zu bewerten. Wir sind dankbar für alle Bewahrung, die wir bei dem jeweiligen Austausch erfahren durften.

Ab September dieses Jahres werden Marcus und Sophie als Volontäre für ein knappes Jahr nach Kolumbien gehen und dort als Freiwillige die Arbeit des ACJ in Armenia (der Hauptstadt) und in Circasia unterstützen. Ebenso werden wir Valentina eine ehrenamtliche Mitarbeiterin aus Quindío für ein Jahr in Erfurt bei uns haben. Neben diesen Jahresaustausch von Volontären konnten wir einen weiteren Meilenstein in der Partnerschaft erreichen.

Im vergangenen Jahr ist es uns erstmals gelungen eine Jugendbegegnung mit acht deutschen und acht kolumbianischen Jugendlichen in Quindío durchzuführen.

ankunft quindio

Die Rückankunft der kolumbianischen Teilnehmenden in Quindío

Diesen Juni konnten wir nun die Rückbegegnung mit jeweils zehn Jugendlichen in Thüringen erleben. „Walking Together“ hieß unser Thema und tatsächlich haben wir es gemeinsam erlebt, dass unsere Partnerschaft für alle Beteiligten super bereichernd ist.

Gerade dieser Jugendaustausch ist uns besonders wichtig, damit die Beziehung eine Zukunft hat. Das dabei gleichzeitig den Jugendlichen eine einmalige Erfahrung geschenkt wird und sie verstehen, was es heißt: von „einer Welt“ zu sprechen, ist eine Erfahrung, die ihnen niemand mehr nehmen kann.

„Das kann doch nichts werden!“ Sehr schnell habe ich gelernt, dass es doch etwas werden kann. Es kommt darauf an, seine Vorurteile über Bord zu werfen und sich auf Menschen einzulassen. Es sind andere Kulturen, andere Sprachen, andere Geschichten, aber es sind Menschen, die sich begegnen.

Bei aller Verschiedenheit ist es für uns ein großes Geschenk, die Freundlichkeit und Herzlichkeit zu erleben. Für uns als Christen ist es immer auch ein Geschenk Gottes, wenn der Leitvers des weltweiten YMCA in Johannes 17, 19 „damit sie alle eins seien“ erfahrbar und erlebbar wird.

Bei der Jubiläumsfeier zum zehnjährigen Bestehen der Partnerschaft

So sind wir dankbar für tolle Begegnungen mit unseren Gästen aus Kolumbien und einer gelungen Jubiläumsfeier am 26. Juni in Erfurt.

Frank Rupprecht, Leiter des AK „weltweit“ im CVJM Thüringen

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