Studie erforscht das Erholungsverhalten von Jugendreferenten

Work-Life-Balance als Jugendreferentgar nicht so einfach!

Die Deutschen sind Weltmeister im Urlaubmachen. Das hat seine Gründe, denn im Urlaub werden nachweislich das Wohlbefinden gesteigert und Anspannungen reduziert. Leider zeigen Studien, dass dieser Erholungseffekt nur von kurzer Dauer ist. Viel relevanter erscheint Wissenschaftlern die Erholung im (Berufs-)Alltag.

Titelseite der Zeitschrift für die Jugendarbeit

Doch einen klassischen Feierabend gibt es bei den meisten Jugendreferentinnen und -referenten nicht. Wie gelingt ihnen der „Kampf“ um Erholung? Das war der Anlass für eine Studie, die Anna Käser und Prof. Dr. Germo Zimmermann, CVJM-Hochschule, im vergangenen Jahr durchgeführt haben und die in der Fachzeitschrift „Deutsche Jugend“ (Beltz-Verlag) veröffentlicht wurde.

Was sind eurer Meinung nach die Kernergebnisse der Erholungsstudie?

Ein wichtiges Ergebnis war – so banal das klingen mag – dass CVJM-Jugendreferentinnen und -referenten verschieden sind. Das betrifft einerseits die unterschiedlichen Arbeitsbereiche und Strukturebenen, in denen die Hauptamtlichen tätig sind, andererseits scheinen sie sich hinsichtlich ihrer Neigung, Berufliches und Privates zu trennen, zu unterscheiden.

Zeigt die Studie Besonderheiten im Hinblick auf das Thema Erholung bei dieser Berufsgruppe?

CVJM-Jugendreferentinnen und -referenten, die sich eher zu den Segmentierern (die also Berufliches und Privates trennen) zählen, berichten in drei von vier Erholungskategorien signifikant häufiger, dass sie nach der Arbeit gedanklich abschalten. Sie berichten mehr von bewusst ruhigeren Entspannungstätigkeiten und geben an, mehr Kontrollerleben über die freie Zeitgestaltung zu spüren.

Die Integrierer berichten dagegen deutlich weniger von diesen Erfahrungen am Feierabend.

Anna Käser im Interview

Glücklicherweise unterscheiden sich die beiden Gruppen aber nicht in ihrem Erholungsbedürfnis. Das bedeutet, dass auch die, die Arbeit und Privates ständig vermischen, nicht völlig ausgebrannt sind, nur weil sie sich weniger häufig Aus- und Erholungszeiten nehmen.

Wo genau die Integrierer ihre Kraft hernehmen, ist mit der Studie aber nicht abschließend geklärt.

In eurer Studie finden sich sowohl Erkenntnisse, die zukünftig für die Jugendreferentinnen und -referenten als auch für die jeweiligen CVJM-Vorstände (Arbeitgeber) von Bedeutung sein könnten. Welche wären das?

Menschen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Neigung Privates und Berufliches zu trennen. Die Jugendreferentinnen und -referenten haben zwar einen eher integrierten Beruf mit ungewöhnlichen Arbeitszeiten gewählt, aber je nach Lebensphase verändert sich das Bedürfnis nach Privatsphäre.

Wir wollen gerade den CVJM-Vorständen Mut machen, mit ihren Hauptberuflichen im Gespräch zu bleiben: Wie sind die gegenseitigen Erwartungen und die eigenen Wünsche? Wie geht es dir mit unseren Erwartungen und uns mit deinen Forderungen?

Gibt es bereits Ideen, wie die Ergebnisse für den CVJM konkret fruchtbar gemacht werden können?

Aus unserer Sicht ja. Wir sind gern bereit, bei Hauptamtlichen-Tagungen oder Treffen der Vereinsvorsitzenden auf Mitgliedsverbandsebene Workshops im Sinne eines Theorie-Praxis-Transfers anzubieten. Erste Gespräche, etwa mit dem CVJM-Westbund, sind hier bereits geführt. Interessierte können sich gerne bei Anna Käser melden: email hidden; JavaScript is required

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  1. Hallo, ich finde, dass die Work-Life-Balance ein essentiell wichtiger Aspekt in puncto Job ist! Hier geht es ja nicht nur um die vorhandene Freizeit, sondern auch die Veränderung des Charakters ins Negative. Hierzu habe ich auch einen interessanten Artikel gefunden http://www.bigkarriere.de/ratgeber-arbeitswelt/unprofessionelle-angewohnheiten. Mein Mann hat nach einem Jobwechsel sehr viel, meiner Meinung nach auch zu viel, Zeit im Büro verbracht und dann zuhause immer noch weiter gearbeitet. Das Firmenhandy und der Laptop waren nie aus, immer dieser Druck. Nachdem ich mir das über 2 Jahre hinweg angesehen habe, habe ich ein Gespräch mit ihm gesucht. Anfangs sehr schwer, da er es selbst nicht einsehen wollte. Mit der Zeit kam aber die Einsicht – nun hat er einen neuen Job und wir sind beide sehr glücklich und haben wieder mehr gemeinsame Zeit.

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