„Es war für mich eine große und gewinnbringende Lernerfahrung“

Felix Johne, Student an der CVJM-Hochschule, berichtet von seinem Praxissemester bei „Neues Land e. V.“:

Felix Johne

Felix, wo warst du im Praxissemester und wie bist du auf die Stelle aufmerksam geworden?

Ich war in meinem Praxissemester in Hannover bei „Neues Land e. V.“. Der Verein „Neues Land“ ist eine strukturierte Suchthilfearbeit mit vielen verschiedenen Arbeitsbereichen.

Auf die Arbeit bin ich aufmerksam geworden, weil sie mir von einem guten Freund empfohlen wurde.

Welchen Aufgaben bist du dort nachgekommen?

Ich war hauptsächlich in der Clearingstation eingeteilt. Hier habe ich gelernt, im administrativen Bereich zu arbeiten. Dazu gehörten Aufgaben, wie Anträge zu stellen, Aufnahmedokumente anzulegen und mit Behörden zu korrespondieren.

Darüber hinaus habe ich Beratungsgespräche mit den Klienten geführt, Gruppenaktionen geplant und gestaltet, aber auch geistliche Einheiten wie Andachten und Lobpreis durchgeführt. Während ihrer Zeit in der Clearingstation sollen die Gäste, so gut es geht, auf die Therapie vorbereitet werden.

Was hat dir am meisten Freude bereitet? Welche erlernten Theorien aus dem Studium konntest du umsetzen?

Am meisten Freude hat mir das Planen und Durchführen der Gruppenaktionen bereitet. Aber auch die Beratungsgespräche waren für mich sehr spannend und lehrreich.

Hierbei hat mir das Studium einiger kommunikationspsychologischer Grundlagen geholfen.

Darüber hinaus war es spannend, an den Streetworkeinsätzen teilzunehmen. Dadurch war es mir möglich, den Weg eines Klienten von der Szene bis zur Therapie komplett nachvollziehen zu können.

Felix Johne bei „Neues Land e. V.“

Was war deine größte Herausforderung?

Meine größte Herausforderung war es, Provokationen und schlechte Laune der Klienten nicht persönlich zu nehmen, sondern aus einer professionellen Distanz heraus gelassen zu reagieren und gesunde Grenzen zu setzen.

Viele der ehemaligen suchtkranken Menschen sind sehr feinfühlig. Deshalb kann es schnell passieren, dass bestimmte Reaktionen falsch verstanden werden. Dafür sensibel zu werden und bewusst eindeutige Signale zu senden, war für mich eine große und gewinnbringende Lernerfahrung.

Kannst du dir vorstellen, dieser Aufgabe hauptberuflich nachzugehen?

Ich kann mir gut vorstellen, später im suchttherapeutischen Bereich zu arbeiten. Vorzugsweise in einer Langzeittherapieeinrichtung, da es für therapeutische Gespräche wichtig ist, über einen längeren Zeitraum hinweg eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen. Da in einem Auffanghaus eine relativ hohe Fluktuation besteht, wäre dies für mich nicht der optimale Arbeitsbereich.

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