CVJM Thüringen reist für Jugendbegegnung nach Kolumbien

Können 18 Tage das Leben verändern?

Bei der Reise nach Kolumbien gestalteten die Teilnehmenden des CVJM Thüringen auch Programme für die Kinder

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen! Dieses alte Sprichwort stimmt und jede Reise hinterlässt ihre Spuren. Unsere Zeit im ACJ Quindío (ACJ ist der südamerikanische Name des YMCA) in Kolumbien bestand aus drei Hauptteilen:

  • kennenlernen des Landes mit seiner Flora und Fauna
  • interkultureller Austausch mit den Menschen vor Ort
  • teilen unserer christlichen Basis in den Gruppen des ACJ und bei den Begegnungen mit den Menschen vor Ort

Eine ereignisreiche und vollgepackte Zeit liegt hinter uns und es wäre verwegen alle Erlebnisse und Erfahrungen in ein paar Zeilen zusammenfassen zu wollen.

Für mich bleiben vor allem die Begegnungen mit den Menschen hängen und es war ein wahrer Reichtum, die gesamte Zeit mit Volontären aus Quindío in Kolumbien unterwegs zu sein. Highlights waren sicherlich der Besuch in den Gastfamilien und der Einsatz beim Projekt „corazones doradas“ (goldene Herzen), bei dem sich die Mitarbeitenden um mittellose alte Menschen kümmern.

In den letzten Tagen erlebten wir noch einmal verschiedene Aktivitäten und Aktionen, die ihre Spuren hinterlassen werden. In dem kleinen Örtchen Circasia kamen wir an einem Grundstück vorbei, welches die Stadtregierung dem ACJ Quindío zur Nutzung bzw. Bebauung angeboten hat. Seit etwa vier Jahren gibt es schon Gespräche mit den verschiedenen Verantwortlichen des Ortes. Diese sind aber leider immer wieder im Sand verlaufen.

Der ACJ/YMCA Quindío träumt von einem eigenen Haus bzw. Zentrum im Ort, wo Jugendliche hinkommen können und nachhaltig für ihr Leben geprägt werden. Es soll ein Ort sein, um Persönlichkeiten zu formen, Bildungschancen zu ermöglichen und ein zweites Zuhause für Jugendliche zu schaffen.

Der CVJM-Luftballon war ein stetiger Begleiter im Programm für die Kids

Das angebotene Grundstück liegt genau zwischen zwei Sekundar- und einer Elementarschule. Außerdem gibt es in unmittelbarer Nähe zwei Sportplätze. Damit wäre das Grundstück strategisch sehr gut gelegen, weil es den Schülern eine tolle außerschulische Jugendbildung ermöglichen würde.

Doch das Projekt braucht viele Unterstützer und einen guten Plan. Wir fanden es sehr wichtig gemeinsam an diesem Ort zu beten und diesen Prozess und unsere Wünsche in Gottes Hände zu legen.

Mirjam beim Programm für die Kids mit der Geschichte „Du bist einmalig“ von Max Lucado

Am vorletzten Tag konnten wir noch die Arbeit des ACJ/YMCA Risaralda kennenlernen. In diesem Nachbarbundesland von Quindío hat der ACJ in der 500.000-Einwohner-Stadt ein Haus gemietet und gestaltet eine wunderbare Arbeit. Diese hat einen sehr starken sozialen Charakter und ist sehr dynamisch.

Ihre Spezialität ist die Clownerie. Als „Rotnasen“ gehen sie unter anderem in die Stadtteile, ins Krankenhaus, in Schulen und Unis. Dort verbreiten die Volontäre gute Stimmung und bringen Botschaften, die ein großes „Ja“ zum Leben beinhalten.

Gemeinsam konnten wir in einen Stadtteil gehen, der einer der ärmsten und gefährlichsten der Stadt ist. Im Haus einer katholischen Schwesternschaft gestaltet der ACJ wöchentliche Treffen. Dieses Mal hatten wir das Programm vorbereitet und konnten etwa 50 Kids erreichen.

Mit viel Herzblut und Engagement führen die katholischen Schwestern in Zusammenarbeit mit verschiedenen anderen Institutionen dieses Gemeinschaftszentrum. Dort wird neben den täglichen Angeboten für Kinder von sechs bis zwölf Jahren und Weiterbildungsangeboten für die Mütter ein Secondhand-Shop und Computerkurse angeboten.

Claudius beim Programm für Kinder

Diese Unterstützung kommt genau bei denen an, die sie wirklich benötigen. Dennoch ist es wahnsinnig schwer, dem Teufelskreis Armut zu entkommen. Der ACJ Kolumbien will den Kindern und Jugendlichen deswegen Mut machen, damit sie ihr Leben in die Hand nehmen und ihre Ziele verfolgen. Viele der Kinder und Jugendlichen erhalten in ihren Familien keine Unterstützung, deswegen ist die Arbeit des ACJ Kolumbien so wichtig.

Während unserer Begegnungsreise haben wir das immer wieder hautnah erleben können. Junge Menschen setzen sich für Kinder und Jugendliche in ihrer Stadt und ihrem Land ein und verändern damit ihre Zukunft. Sie machen sie lebenswerter.

Wir sind dankbar für die wertvollen Erfahrungen der Jugendbegegnungsfreizeit.

Tobias Nestler, Jugendbildungsreferent CVJM Thüringen e.V.

 

Hier noch einige Gedanken von Mirjam, Trainee 2016/17 im CVJM Thüringen:

Abschließend möchten wir noch einen letzten Dank und ein Ja loswerden. Danke an alle, die ihr uns unterstützt, in der Vorbereitung begleitet und immer wieder aufgebaut und unserer Reise mit Spannung und Gebeten mitverfolgt habt. Eure Hilfe hat zum Gelingen und Segen dieser Reise einen großen Teil beigetragen.

Natalia und Sarah beim Programm für Kinder

Die Antwort auf Tobias´ Frage ist ja: 18 Tage können das Leben verändern. Nicht nur das der Kinder und Freiwilligen in Kolumbien, denen wir Kraft, weitere Motivation und neue Perspektiven geben konnten. Sondern auch unsere Leben …

Prägende Eindrücke und Momente gab es auf dieser Reise viele. Und sie hinterlassen Spuren. Bei dem einen deutlicher sichtbar, bei dem anderen vielleicht eher innerlich. Kolumbien hat uns ein Stück Erfahrung geschenkt, das in jedem von uns verankert ist und hoffentlich schon bald Früchte trägt. Denn Gott und viele großartige Menschen waren während dieser 18 Tage unsere Begleiter. Und was sie in uns gesät haben, wird zur richtigen Zeit sichtbar werden.

Kolumbien-Team 2017: Sarah, Niklas, Lisa, Michael, Mirjam, Lukas, Natalia, Tobias, Claudius, Matthias

Noch mehr Bilder und Berichte gibt es hier und auf der Facebook-Seite des CVJM Thüringen.

 

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