AMIN-Regionalkonferenz – von der Mission in einer multireligiösen Gesellschaft

Etwa 50 Interessierte nahmen an der Regionalkonferenz von AMIN zum Thema „Respektvoll unterwegs – Mission in einer multireligiösen Gesellschaft“ teil.

Die AMIN-Regionalkonferenz in Kassel

Die AMIN-Regionalkonferenz in Kassel

AMIN ist der Arbeitskreis Migration und Integration der Evangelischen Allianz Deutschland. Die Regionalkonferenz der Region Nord-Hessen fand bereits zum dritten Mal statt.

Nach der Begrüßung konnten die Teilnehmenden bei einem „Walk und Talk“ Prinzipien kennenlernen, an denen sich Christinnen und Christen besonders in interreligiösen Begegnungen festhalten sollten. Auf großen Tafeln wurden diese Prinzipien wie „Handeln in Gottes Liebe“ oder „Ablehnung von Gewalt“ präsentiert. Auf den Tafeln und im Austausch konnten die Teilnehmenden ihre eigenen Gedanken zu diesen Prinzipien ergänzen.

Prof. Dr. Wilhelm Richebächer hält das Impulsreferat

Prof. Dr. Wilhelm Richebächer hält das Impulsreferat

In einem Impulsreferat ging Prof. Dr. Wilhelm Richebächer von der Fachhochschule für Interkulturelle Theologie, Hermannsburg, auf die Mission in einer multireligiösen Gesellschaft ein: „Ich beobachte eine steigende Nachfrage nach Diakonen und Gemeindemitarbeitenden, die interkulturell ausgebildet sind“, sagt er im Hinblick auf die aktuelle Flüchtlingssituation in Deutschland. Dabei sei es aber neben der Ausbildung einzelner Fachkräfte auch wichtig, die gemeindlichen Strukturen zu verändern: „Wir dürfen diese Aufgabe nicht an einzelne Menschen delegieren!“ Religion spiele eine entscheidende Rolle im Migrationsprozess.

Pfarrer Enwood Longwe berichtet von seinen eigenen Erfahrungen

Pfarrer Enwood Longwe berichtet von seinen eigenen Erfahrungen

Der aus Malawi stammende Pfarrer Enwood Longwe (Hofgeismar) berichtete aus eigener Erfahrung, wie die eigene Religiosität gegen die Sprachbarriere im fremden Land helfen kann. Zwar sei die erste Voraussetzung für Verständigung die Sprache, doch als vorausgehende Stufe stünde, dass das Gegenüber den Fremden als Mensch wahrnimmt: „Angenommen werden, gegenseitiger Respekt und Vertrauen sind die ersten Schritte für den Geflüchteten, den Neuen, um ihm eine breite kulturelle und soziale Teilnahmefähigkeit zu ermöglichen.“

Richebächer ergänzt, dass die mitgebrachte Sprachheimat den Migranten zunächst Schutz bieten würde: „So können sie beten, wie sie sich zu Hause gefühlt haben“. Doch diese mitgebrachte Heimat könne in der neuen Heimat nicht für immer bestehen, sondern müsse aufgebrochen werden. Dabei könnten engagierte Christinnen und Christen den Migranten helfen, damit sie schnell in Deutschland ankommen können.

Interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer

Interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer

Nach dem Mittagessen konnten sich die Teilnehmenden der Regionalkonferenz in Workshops weitere Informationen geben lassen und sich in den Gruppen austauschen. Themen waren unter anderem „Glaubenskurse und Taufwunsch von Geflüchteten und anderen Migranten“, „Herausforderungen im Umgang mit traumatisierten Menschen“ oder „Ent-Täuschungen in der Flüchtlingsarbeit“.

Die Regionalkonferenz fand in Kooperation mit der CVJM-Hochschule und dem CVJM-Kolleg sowie dem Zentrum Oekumene der Evangelischen Kirchen in Hessen und Nassau und von Kurhessen-Waldeck statt. Veranstaltungsort war der Campus von CVJM-Hochschule und CVJM-Kolleg.

Weitere Informationen zur Arbeit von AMIN und Veranstaltungen gibt es hier.

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