Ganzheitliche Hilfe für Kinder und Jugendliche in Sierra Leone, die Ebola überlebt haben

Die Seuche Ebola hat gute eineinhalb Jahre lang in Sierra Leone gewütet und Tausende sind daran gestorben. Es sind aber nicht nur sie, die Opfer dieser grausamen Krankheit wurden. In vielen Fällen sind es die Eltern gewesen, die mit ihrem Tod Waisen oder Halbwaisen zurückgelassen haben.

Kinder und Jugendliche, die Ebola überlebt haben

Kinder und Jugendliche, die Ebola überlebt haben

In Waterloo, einem Vorort der Hauptstadt Freetown, hat sie besonders aggressiv gewütet. Mit der finanziellen Hilfe des CVJM Eberstadt (CVJM-Westbund) kümmert sich nun der YMCA in Waterloo um 150 dieser Kinder und Jugendlichen im Ort, die Ebola überlebt haben.

Dafür wurden extra zehn junge Erwachsene aus den Reihen des Ortsvereins ausgebildet. Sie sollen Ansprechpartner sein, um das Vergangene zu verarbeiten, denn die Überlebenden haben Fürchterliches mit ansehen und erleben müssen. In den Tagen der Seuche wurden sie gemieden und ausgegrenzt – selbst wenn sie nach einer Zeit der Quarantäne mit einem Zertifikat als „Nicht-Ebola-Infizierte“ ausgestatten wurden. Doch die Angst der Anderen saß tiefer!

Mitarbeitende des YMCA Waterloo

Mitarbeitende des YMCA Waterloo

Und durch den Tod von Elternteilen hat sich die wirtschaftliche Situation der Familien zum Teil extrem verschlechtert, so dass fünfzig von ihnen nun Lebensmittelhilfe erhalten.

Ein schlimmer Effekt der Seuche ist auch eine stark angestiegene Zahl von Teenagerschwangerschaften. Sie sind das Ergebnis von in dieser Zeit geschlossenen Schulen und eingeschränkter Bewegungsfreiheit.

Einige dieser Kinder und Jugendlichen treffe ich im Vereinsheim des YMCA, gleich am Ende des langen Straßenmarktes von Waterloo. Alle haben sie ihre „Ebola-Unbedenklichkeitsbescheinigungen“ dabei. Selbst einem kleinen Fünfjährigen klemmt sie unter dem Arm.

Jugendliche mit Ebola-Zertifikat: Sie sind ebolafrei

Jugendliche mit Ebola-Zertifikat: Sie sind ebolafrei

CVJM steht mit seinem Dreieck für die Ganzheitlichkeit von Körper, Seele und Geist. Und in dieser Ganzheitlichkeit widmet sich der YMCA Waterloo diesen Opfern der Ebola-Seuche vor Ort. Es gibt Gesprächsmöglichkeiten, Verpflegung und auch die geistliche Dimension kommt nicht zu kurz.

Für uns in Deutschland noch gewöhnungsbedürftig: Ein Teil dieser jungen Leute sind Moslems, denn im Land leben beide Religionen friedlich nebeneinander. Also hat der YMCA für die Begleitung und Umsetzung dieses Programms sinnvollerweise auch betroffene Erwachsene dieser Religionsgemeinschaft in das Komitee, verantwortlich für die Umsetzung, berufen. Und so betet zum Abschluss der Zusammenkunft ein Moslem stellvertretend auf seine Weise zu Allah und ein junger Christ in der uns im CVJM vertrauten, nämlich zum Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, dem Vater des Jesus, der uns zum Christus, zum Erlöser geworden ist.

Eckard M. Geisler, Bundessekretär für Weltdienst und internationale Beziehungen, CVJM-Westbund

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