„Ich habe einen super Einblick in alle Arbeitsbereiche erhalten“

Kirsten Meth, Studierende an der CVJM-Hochschule, berichtet von ihrem Praxissemester im Seehaus Leonberg:

Kirsten Meth

Kirsten Meth

Kirsten, wo warst du im Praxissemester und wie bist du auf die Stelle aufmerksam geworden?

Ich absolvierte mein Praxissemester im Seehaus Leonberg – ein Jugendstrafvollzug in freien Formen. Die Einrichtung bietet jugendlichen Strafgefangenen eine Alternative zum normalen Strafvollzug. Bis zu 21 Jugendliche leben dort in einer Lebensgemeinschaft und erhalten die Möglichkeit, ihren Hauptschulabschluss und das erste Lehrjahr in einem handwerklichen Betrieb zu machen. Auf das Seehaus aufmerksam geworden, bin ich durch eine Veranstaltung, auf der ich ein paar Jungs aus dem Seehaus kennenlernte.

Gemeinsamer Gottesdienst

Gemeinsamer Gottesdienst

Welchen Aufgaben bist du dort nachgekommen?

Meine Aufgaben waren sehr vielfältig. Ich arbeitete bei einem Gemeindegründungsprojekt mit, das insbesondere Randgruppen wie Straffällige und Geflüchtete erreichen wollte. Außerdem übernahm ich den Religionsunterricht für die Jugendlichen und war in der Konzeptionierung einer neuen Arbeit mit Geflüchteten tätig. Ich half den Jugendlichen auch bei ihren Schuldenproblemen oder fuhr, wenn nötig, mit ihnen zum Arzt. Einmal in der Woche war ich im „richtigen“ Gefängnis, um für die Jugendlichen dort eine Freizeitgruppe anzubieten.

Was hat dir am meisten Freude bereitet?

Freude hat mir der persönliche und enge Kontakt untereinander bereitet. Mit den Jugendlichen und Mitarbeitenden auf so engem Raum zu leben und zu sehen, dass das Zusammenleben funktioniert, war sehr bereichernd. Durch die Vielfältigkeit meiner Aufgaben habe ich einen super Einblick in alle Arbeitsbereiche erhalten.

Was war deine größte Herausforderung?

Meine größte Herausforderung war definitiv, mir bei den Jugendlichen Respekt zu verschaffen und diesen dann auch zu behalten, denn ich war nur ein bis zwei Jahre älter als die ältesten Jugendlichen dort.

Eines der Klassenzimmer

Eines der Klassenzimmer

Kannst du dir vorstellen, dieser Aufgabe auch hauptberuflich nachzugehen?

Ja, das kann ich. Ich habe die Arbeit des Seehauses schätzen und lieben gelernt. Die Mitarbeiter stecken so viel Herzblut in die Arbeit mit den Jugendlichen und investieren sehr viel Zeit in sie, um ihnen eine zweite Chance zu geben.

Die Arbeit mit den Jugendlichen ist sehr vielfältig und wie ich finde eine gute Mischung aus „Bürojob“ und „face-to-face“-Arbeit.


An der CVJM-Hochschule ist das Praxissemester eine Zeit, in der die Studierenden in vielfältigen Praxisfeldern der Sozialen Arbeit oder Gemeindepädagogik tätig werden.

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