Gedanken zu Ostern: Das Auspeitschen

Und als sie ihn abführten, ergriffen sie einen Mann, Simon von Kyrene, der vom Feld kam, und legten das Kreuz auf ihn, dass er‘s Jesus nachtrüge.

Lukas 23, 25

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Jesus nachfolgen – na klar! Ich lebe mit Jesus, lobe Gott und verkündige das Evangelium. Jesus ist mein Herr, Herr des Himmels und der Erde, Herrscher und allmächtig.

Jesus, unter der Last des Kreuzes gebeugt und voller Wunden, schleppt sich nach Golgatha. Simon von Kyrene wird aufgefordert, Jesus das Kreuz abzunehmen. Er nimmt es und folgt ihm mit dem Kreuz auf seinen Schultern.

Vor meinem inneren Auge sehe ich den leidenden Jesus, wie er auch mich fragend anblickt: „Folgst du mir?“ – Mein begeistertes und frohes „Na klar!“ bleibt mir im Halse stecken.

„Folgst du mir auf dem Leidensweg?“
„Folgst du mir im Leiden?“
„Bist du bereit, Not und Leid bereitwillig anzunehmen und in deiner Not bei mir zu bleiben?“

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Der Weg, den Jesus geht, ist sein Liebesweg für die Menschen. Er blickt auch mich an: „Ich gehe auch für dich nach Golgatha, folgst du mir?“ – In mir wächst Vertrauen: Ich gehe nicht allein. Jesus ist mit seiner Liebe bei mir. Auch auf meinen schweren Wegen. Dort, wo ich mich zu ihm bekenne und deshalb Nachteile erleide. Dort, wo ich allein bin, weil alle sich von mir abwenden. In meiner Krankheit, in meiner Not und Armut, in meinen Schmerzen, in der tiefen Traurigkeit, auf dem Weg des Sterbens. Auf Jesus blickend fühle ich, es sind meine Schmerzen und  Wunden, die Jesus erleidet. Jesus blickt mich an: „Folge mir! Ich kenne dein Leid und deinen schweren Weg und gehe mit dir!“

Unsicher frage ich: „Gibt es keinen einfacheren Weg?“ Wenn ich Macht hätte, könnte ich den Weg vorgeben; wenn ich Geld hätte, könnte ich mich freikaufen; Ablenkungen gibt es genug …

Nein, das sind nicht die Wege der Liebe: „Vertraue mir, wir sind im Leid verbunden. Ich werde deine Tränen abtrocknen und richte dich wieder auf. Nimm dein Kreuz auf dich und folge mir nach.“

Wie wirst du antworten?

Gebet:
Jesus, dir will ich folgen! Nicht anderen Menschen oder Verlockungen dieser Welt. Nur du schenkst mir alles, was ich brauche. Deine Liebe gibt mir Kraft und Vertrauen.
Amen.

Otmar Iser, Sozialarbeiter und Vorstandsmitglied im CVJM Thüringen e.V.

Otmar Iser

Otmar Iser, Sozialarbeiter und Vorstandsmitglied im CVJM Thüringen e.V.

Aus dem Andachtsbuch „Am Kreuz kommt keiner vorbei. Schritt für Schritt dem Licht entgegen“ des CVJM Thüringen e. V.

Erschienen in der aktuellen Ausgabe der CVJM-Informationen, die hier abrufbar ist.

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