„Ausprobieren und einbringen“

Maren Brenner berichtet von ihrem Praxissemester in einer Mutter/Vater-Kind-Einrichtung in Hamburg:

Maren Brenner

Maren Brenner

Maren, wo hast du dein Prak­ti­kum absol­viert und wie bist du dar­auf auf­merk­sam geworden?

Ich habe mein Praxissemester in einer Mutter/Vater-Kind-Einrichtung des Rauhen Hauses in Hamburg gemacht. Darauf bin ich nach ­einer langen und teilweise nervenaufreibenden ­Suche nach einer Praktikumsstelle in der
Familienhilfe gestoßen. Im Rückblick war genau das der Platz für mein Praxissemester!

Welche Aufgaben standen auf deiner Tagesordnung?

Eine Mutter/Vater-Kind-Einrichtung bietet eine sogenannte familienunterstützende stationäre Hilfe, die in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt geschieht.
Meine Arbeitsbereiche waren: Begleitung und Unterstützung von jungen, teils minderjährigen alleinerziehenden Müttern in ihren Alltagsaufgaben und Alltagsfragen mit Kind, also in allem, was da aufkommt und anfällt. Ich habe auch in der Kinder- und Jugendwohngruppe „HueD“ (Hilfen unter einem Dach) des Rauhen Hauses ausgeholfen, sowie am „Babyführerschein“, einem ­niedrigschwellig angelegten Elternkurs des Rauhen ­Hauses, der als Kooperationsprojekt im Standtteil angeboten wird, teilgenommen.

Maren Brenner mit Baby

Maren Brenner mit einem Baby aus der Mutter/Vater-Kind-Einrichtung

Was hat dir am meisten Freude bereitet?

Begeistert hat mich mein Team, in das ich von Anfang ­an wie selbstver-ständlich als Kollegin aufgenommen ­wurde. Die Zusammenarbeit dort geschah in gegenseitiger Ergänzung und Wertschätzung und ich hatte alle Freiheit, mich selbst auszuprobieren und einzubringen. Darüber hinaus haben mich besonders der Austausch und die Reflexion mit meiner Anleiterin über die teils heftigen und herausfordernden Situationen dieses Arbeitsfeldes mit am meisten weitergebracht.
Nicht zuletzt habe ich von Seiten der Mütter eine Offenheit mir gegenüber und einen enormen Vertrauensvorschuss, was die Betreuung ihrer Kinder angeht, erlebt.

Was war deine größte Herausforderung?

Es war ein Wagnis, für das Praktikum in eine mir völlig unbekannte Millionenstadt zu ziehen, in der ich so gut wie niemanden kannte. Zusätzlich kannte ich die Arbeit im Bereich der Jugendhilfe nicht und noch weniger, welche besonderen Herausforderungen sich hier durch die Großstadt verbergen. Aber ich kann jeden nur ermutigen, sich dem Unbekannten zu stellen und Neues zu wagen. Das bringt einen weiter!

Beim Spielen

Beim Spielen

Kannst du dir vorstellen, dieser Aufgabe auch hauptberuflich nachzugehen?

Ich kann mir gut vorstellen, auch in Zukunft in der Familienhilfe tätig zu sein. Allerdings sehe ich die stationäre Arbeit, egal in welchem Bereich, nicht unbedingt als mein längerfristiges Arbeitsfeld, da ich sie bezüglich Dienstzeiten, die abgedeckt werden wollen und immer im selben Büro sitzen, teilweise als eng empfunden habe. Berührungspunkte der Jugenhilfe mit den Themen Migration, Flucht und Asyl und besondere Herausforderungen darin bezüglich Interkulturalität, haben jedoch sehr mein Interesse geweckt, mich im Anschluss an mein Studium an der CVJM-Hochschule weiter wissenschaftlich damit auseinanderzusetzen bzw. zukünftig in dieses Arbeitsfeld zu gehen.


An der CVJM-Hochschule ist das Praxissemester eine Zeit, in der die Studierenden in vielfältigen Praxisfeldern der Sozialen Arbeit oder Gemeindepädagogik tätig werden.

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