Fritz Pawelzik – Legendärer Geschichtenerzähler des CVJM mit 87 Jahren verstorben

Seine Erzählungen galten als legendär. Unzählige Kinder, Jugendliche und Erwachsene hingen an Fritz Pawelziks Lippen, wenn er von seinem aufregenden Leben als Soldat, Kriegsgefangener und Unterhäuptling in einer Kleinstadt im Gebiet des Stammes der Ashanti erzählte.

Am Abend des 29. Januar 2015 ist Fritz Pawelzik im Evangelischen Krankenhaus in Mülheim/ Ruhr nach kurzer Krankheit verstorben. Bei ihm waren seine Kinder aus Amsterdam und Düsseldorf. Auch Freunde aus ganz Deutschland haben ihm in seinen letzten Tagen beigestanden.

Mit Fritz Pawelzik haben wir im deutschen CVJM eine beeindruckende Persönlichkeit verloren, die allzeit ihre Stimme für den Frieden und für das Evangelium erhob. Der 1927 geborene Herner war sechs Jahre alt als Adolf Hitler an die Macht kam, gehörte zur Hitlerjugend und kämpfte mit 16 Jahren als Soldat an der Russischen Grenze und im brandenburgischen Oderbruch. Zu der Zeit glaubte er fest an den Führer. Erst in einem Straflager bei Leningrad wurde ihm klar, „was wir Deutsche der Welt angetan haben“. Er beschloss sein Leben zu ändern und wurde Christ.

Fritz Pawelzik bei einem seiner Vorträge in Seelow.

Fritz Pawelzik bei einem seiner Vorträge in Seelow.

Als Fürsprecher für den Frieden einzutreten und Menschen von der Liebe Jesu zu erzählen, wurde ihm danach zur Lebensaufgabe. Auf beeindruckende Weise verstand er es, Menschen von seinen bewegenden Lebenserfahrungen zu berichten, ohne dabei den Zeigefinger zu erheben. Als Buchautor, Referent und Zeitzeuge war der rüstige Rentner bis zuletzt bundesweit in Kinder- und Jungschargruppen, Jugendgruppen sowie Schulklassen unterwegs.

Neben dem Frieden galt Fritz Pawelziks große Liebe Afrika. Als Bruderschaftssekretär verbrachte er für den Weltdienst über sieben Jahre in Ghana, wo er die Entwicklung des YMCA maßgeblich beförderte. Danach arbeitete er für den CVJM-Weltbund in YMCAs in Ostafrika und unterstütze sie in ihrer Schulungsarbeit.

Seine letzten zehn Berufsjahre war er dann Bundessekretär für den Weltdienst im CVJM-Westbund, wo er zahlreiche Ortsvereinspartnerschaften zwischen CVJMs und YMCAs in Ghana und Sierra Leone aufbaute.  Zu seinen großen Verdiensten in Ghana zählt ein Berufsausbildungszentrum in der Hauptstadt Accra mit eigener Produktionsstätte, Schulungsräumen, einem Hostel und Mitarbeiterwohnungen.

In der Kleinstadt Konongo in der Region des Stammes der Ashanti, wo er beim Ausbau eines Krankenhauses mitwirkte, ernannte man ihn aus Dankbarkeit zum Unterhäuptling. Unter dem Namen „Nana Kofu Marfu II.“ wurde er als „Chief für Entwicklung“ lebenslanges Mitglied des traditionellen Leitungsgremiums der Stadt. Im traditionellen Stammes-Outfit berichtete Fritz Pawelzik auf unzähligen Veranstaltungen über sein abenteuerliches Leben in Afrika – spannend, humorvoll, originell und mit ganz viel Herz.

Als deutscher CVJM danken wir Fritz Pawelzik für seinen wertvollen Dienst und das Teilen seiner Lebenserfahrungen mit uns. Seine Mahnungen und sein Bemühen, stets für Frieden und Menschlichkeit einzutreten, sind für uns vorbildhaft. Unsere Gedanken und Gebete gelten in diesen Tagen seinen Kindern und Angehörigen, für die wir Trost und Beistand erbitten.

Autorin: Carmen Behrens, CVJM-Ostwerk

 

 

 

 

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