Warten, Wehen, Wachsen

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.

Sacharja 4,6

Roland Werners Impuls auf dem CVJM-Blog

Ein seltsames Gotteswort, das der Prophet Sacharja seinen Zeitgenossen weitersagen soll. Zuerst muss er sagen, wie es nicht geht. Im Hebräischen ist das noch stärker zu fühlen als in der deutschen Übersetzung. Zuerst kommt ein zweifaches „Nein!“: „Nicht durch Heer, nicht durch Kraft!“

Heer und Kraft – das ist das, was wir selbst aufbringen können. Doch so geht es nicht. Das Entscheidende, das Gottes Sache in der Welt voranbringt, muss er selbst tun. Und so ist für uns zuerst das angesagt: Warten auf Gott.

Das mussten die Jünger vor Pfingsten einüben. Sie sollten warten auf den Zeitpunkt, an dem Gott seine Zusage erfüllt. Warten ist nicht leicht. Aber notwendig. Denn alles eigene Drängen kann Gott nicht manipulieren.

Gott lässt seine Leute nicht ewig warten. Am Pfingsttag wehte ein gewaltiger Wind durch die Gassen Jerusalems. Nicht nur die Apostelgeschichte berichtet davon. Selbst der Talmud bezeugt es. Das Wehen des Gottesgeistes ist die Antwort auf unser Warten.

An diesem Tag wird die Gemeinde geboren. Aus der wartenden Schar wird die Gemeinschaft der Geistbegabten. Die Kirche feiert zu Recht Pfingsten als ihren Geburtstag.

Von da an wuchs und wuchs und wuchs die Christusbewegung. Denn Gottes Geist überwindet alle Widerstände.

Warten, Wehen, Wachsen. Es ist sichtbar, vor unseren Augen. Als Sacharja das damals sagt, konnte er noch nicht ahnen, wie wahr seine Worte waren, und was Gott noch alles im Sinn hatte. Was er geplant hatte, durch seinen Geist zu tun – in aller Welt. Doch so ist es gekommen, und so gilt es bis in alle Zukunft. „Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.“

 

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