Horror und Hoffnung in Ruanda

Im Rahmen einer Lehrveranstaltung im Bereich Soziale Arbeit von Prof. Dr. Christiane Schurian-Bremecker hielten am 28. Januar 2014 Denise Uwimana Reinhardt und Dr. Wolfgang Reinhardt ihren Vortrag „Horror und Hoffnung in Ruanda – Wunder der Veränderung 20 Jahre nach dem Völkermord“ in der Internationalen CVJM-Hochschule mit vielen Bildern und persönlichen Erfahrungen.

Nach einer Einführung in die Vorgeschichte des grausamen Völkermords, in dem 1994 mindestens 1 Millionen Tutsi und einige gemäßigte Hutu umgebracht wurden, berichtete Denise Uwimana Reinhardt von ihren persönlichen Erlebnissen in dieser Zeit. Auf wundersame Weise hat die damals Hochschwangere den Völkermord überlebt und ist in ihren Erzählungen Gott unfassbar dankbar für dieses Geschenk, angesichts der brenzligen Situationen, die sie überlebte und der unvorstellbaren Grausamkeiten, die sie eindrücklich schilderte.

Witwenprojekt

Diese Witwen leben in einer christlichen Gemeinschaft nach dem sie Kinder, Männer, Verwandte und Nachbarn verloren haben.

“Ruanda hat insgesamt eine unglaublich positive Entwicklung nach dem Nullpunkt von 1994 genommen” leitete Wolfgang Reinhardt den dritten Teil ihres Vortrags über die Veränderungen nach dem Völkermord in Ruanda ein. Darin berichten sie zum einen von der positive politischen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes, von Bildungsanstrengungen und der Stärkung der Rolle der Frauen, steigendem Umweltbewusstsein und internationaler Anerkennung. Aber vor allem auch von persönlichen Begegnungen. Regelmäßig reisen die beiden mit deutschen Interessierten nach Ruanda, besuchen christliche Partnerschaftsprojekte, tauschen sich mit den Menschen vor Ort aus und hören zu.

Agnes

Agnes mit Ihrer Patenfamilie aus Deutschland

In ihrem Vortrag berichten sie von der jungen Frau namens Agnes, die sich unbändig freute, ihre Patenfamilie aus Deutschland zum ersten Mal zu sehen. „Nach dem zweiten Melizenangriff war sie sehr traumatisiert und ausgehungert. Heute ist sie glücklich, macht ihr Studium und bezeichnet ihre deutschen Paten als ihre neue Familie. Dank ihrer Unterstützung darf sie studieren und möchte eine Bäckerei eröffnen“. So berichteten sie weiter von Begegnungen mit Witwen, die durch Vergewaltigung mit dem HIV/AIDs Virus infiziert wurden, Menschen, die dem Alkohol verfallen sind. Der Schmerz säße auch nach 20 Jahren tief, dennoch seien Veränderungen sichtbar.

Die Studierenden, der CVJM-Hochschule waren sehr beeindruckt, die Erlebnisse der Reinhardts und deren Arbeit so direkt und unmittelbar zu erleben. Für sie war es sehr hilfreich, um sowohl Hintergründe wie später auch die Auswirkungen von sozialer Politik, Rahmenbedingungen und Handlungsperspektiven, die unmittelbaren Einfluss auf das Leben von Menschen haben, zu verstehen. „Wir sind tief beeindruckt von Ihrer Arbeit, Ihrem Engagement und von dem, was Sie alles erreicht haben!“ hob Prof. Dr. Christiane Schurian-Bremecker dankend im Anschluss an den Vortrag der Eheleute Reinhardt hervor.

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