Gebetserhörung verpasst?

Christen in China, das assoziieren viele mit grausamer Verfolgung und Umerziehungslagern. Seit Jahrzehnten wird in unseren Gemeinden und Gebetskreisen treu für die Christen in China gebetet – das ist gut so! Doch was ich in China erlebe und sehe, überzeugt mich davon, dass unsere Gebete erhört worden sind. Leider  kommt diese glückliche Information nur spärlich in Deutschland an oder wird misstrauisch abgelehnt.

Gottesdienst in Linchuang

Gottesdienst in Linchuang

Ein paar Tatsachen: Die Zahl der Christen ist in den Jahren seit 1980 von ca. 5 Mill. auf schätzungsweise 80-100 Mill. angewachsen. Die offizielle, staatlich registrierte Drei-Selbst-Kirche hat viele neue Freiheiten. Die Gottesdienste sind so gefragt, dass drei bis fünf Gottesdienste pro Sonntag angeboten werden müssen. Glaubenskurse und Bibelstunden werden innerhalb der Woche regelmäßig besucht. Wenn Weihnachten und Ostern Taufgottesdienst gefeiert wird, dann sind es oft Hunderte, die nach absolviertem Taufunterricht sich nun öffentlich zu Jesus und zur Kirche bekennen. Die Christen können ihre Kirchen wieder nutzen und erstaunlich große neu bauen. Pro Tag – so die Aussage des  Christenrates – werden 5 neue Gemeinden gegründet und drei Kirchenräume in Betrieb genommen. Wenn man quer durch China fährt, entdeckt man auch in modernen Satelitenstädten immer wieder Kirchtürme mit einem weit sichtbaren Kreuz. Obwohl religiöse Erziehung erst ab dem 18. Lebensjahr erlaubt ist, haben die Kirchen eine interessante Jugendarbeit und sonntags Kindergottesdienst mit z.T. Hunderten von Kindern. In Nanjing steht die Bibeldruckerei der Amitystiftung – es ist die größte Bibeldruckerei der Welt – die monatlich 1 Mill. Bibeln druckt. Am 7. 11. 2012 wurde die 100 Mill. Bibel gefeiert.

Die nicht registrierten Hauskirchen schießen immer noch wie Pilze aus dem Boden. In den Städten sind es mehr die Studenten und wirtschaftlich gut gestellten Chinesen, die sich in diesen Gruppen versammeln, auf dem Land meist die einfache Bevölkerung, die im Glauben an Jesus Christus eine Alternative zu ihren enttäuschten kommunistischen offnungeHoffnungen sieht.  Diese Gruppen werden zwar beargwöhnt und beobachtet, aber nicht mehr verfolgt. Dennoch hört man von einzelnen Inhaftierungen von Hauskreisleitern, aber es ist nicht mehr die allgemeine Praxis. Obwohl jede Verhaftung eine zu viel ist! Der Staat hat erkannt, dass die Christen die Gesellschaft stabilisieren und zur Harmonie – dem großen gesellschaftlichen Thema – im Lande beitragen. Der unabhängige „Christliche Verein Junger Menschen“ (YMCA) arbeitet in zehn Großstädten und macht – wie viele christliche Gemeinden – eine erstaunliche soziale Arbeit. Das wird vom Staat sehr positiv gesehen und anerkannt.

Die katholischen Christen, die den Anschluss an Rom nicht aufgeben wollen, haben viel größere Schwierigkeiten. Bischöfe und Pastoren, die nicht linientreu sind, müssen mit Hausarrest oder Inhaftierung rechnen.

Unter dem Strich kann man aber dankbar feststellen, dass die Zeit der brutalen und polizeilich organisierten Verfolgung der Christen in China wirklich vorbei ist. Auch „Open Doors“ stuft in der weltweiten Rankingliste der verfolgten Christen China inzwischen auf Platz 37 ein – also hinter Jordanien, Indien und Tansania!

Brauchen wir also nicht mehr für China zu beten? Natürlich sollten wir für China beten – zuerst mit Dank für Gottes wunderbares Handeln. Zugleich sollten wir beten, dass die gewonnenen Freiheiten nicht zurückgenommen werden und dass die Begeisterung am Christlichen Glauben überspringt auf ganz Asien und bis zu uns nach Deutschland. Auch sollten wir beten, dass der zunehmende Wohlstand in China den Menschen nicht die  Augen verblendet sondern ihnen nichts wichtiger wird, als das Glück bei Jesus zu sein.

Und weil unsere Gebete erhört worden sind, lasst uns umso intensiver für Nord-Korea und die Christen in moslemischen Ländern beten!

(Chinabeauftragter des CVJM: Albrecht Kaul)

Hier noch ein Hinweis auf die nächste China-Rundreise mit Albrecht Kaul:

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