Wer bleibt, wenn keiner bleibt

Impuls zum Wochen­spruch

Dem König aller Könige und Herrn aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, dem sei Ehre und ewige Macht! (1. Tim. 6, 15-16)

Roland Werners Impuls auf dem CVJM-Blog

Roland Werners Impuls auf dem CVJM-Blog

Wenige Wochensprüche haben mich so unmittelbar angesprochen wie dieser. Das liegt vielleicht an dem eher grau-trüben Herbsttag, an dem ich ihn lese und meine Gedanken dazu aufschreibe. Das liegt sicher auch daran, dass die Tage kürzer und die Nächste länger werden in dieser Zeit des Kirchenjahres. Es liegt aber vor allem daran, dass in diesen Tagen eine Reihe guter Bekannter und Freunde gestorben sind. Menschen, mit denen ich eine gemeinsame Wegstrecke zurücklegen konnte.

Die Vergänglichkeit unseres Lebens ist eine Tatsache, die uns immer wieder ganz plötzlich aufschreckt, wie das grelle Licht eines Scheinwerfers von einem Auto, das uns entgegenkommt. Das Lied von Gracetown, einer süddeutschen Band, fasst diese Tatsache in ergreifende Worte:

„Seit tausend Jahren dreht sich unser Planet, und unser Leben dreht sich unaufhörlich mit. Und jeder Mensch hat sein Sonnensystem, in dem die Sterne und Kometen verglühn.

Was heute ist, ist morgen schon Vergangenheit, verschwindet, kaum erlebt, in Lichtgeschwindigkeit. Wir unterliegen dem Gesetz von Raum und Zeit, und streben immer weiter nach Unendlichkeit….“

Das ist genau die Spannung, in der wir Menschen leben. Wir wissen es, wenn es auch oft verdrängen, dass wir vergänglich sind. Unser Leben ist begrenzt, eingeschlossen in Raum und Zeit, hat einen Anfang und ein Ende. Je älter wir werden, umso deutlicher steht uns das vor Augen. Je häufiger wir an Gräbern lieber Menschen stehen, umso klarer wird es: Irgendwann stehen andere an dieser Stelle und betrauern uns.

Und doch: Irgendetwas in uns lehnt sich gegen diese Unvermeidlichkeit auf. Wir können uns nicht abfinden mit der Unausweichlichkeit des Endes. In uns ruft etwas nach Unvergänglichkeit, nach Ewigkeit, nach einer anderen, unzerstörbaren Wirklichkeit.

Diese Sehnsucht nach der Ewigkeit läuft nichts ins Leere. Die offene Frage nach dem, was bleibt, findet ihre Antwort. Jedoch nicht in uns. Sondern in Gott: „Dem König aller Könige und Herrn aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, dem sei Ehre und ewige Macht!“

Das mag uns schmecken, oder nicht. Doch es steht unerschütterlich fest: Gott ist der einzige, der bleibt. Er ist es, „der allein Unsterblichkeit hat“. Gracetown fasst das so zusammen: „Menschen kommen und Menschen gehen, man hat schon viele Große fallen sehn. Himmel und die Erde werden vergehen, doch du bleibst.“

Er ist der König aller Könige und Herr aller Herren. Wenn unsere Namen längst im Staub und Schutt der Geschichte untergegangen sind, steht sein Name immer noch. Unauslöschlich. Unveränderlich. Unerschütterlich.

Und wir? Die gute Nachricht ist, dass er, der ewige Gott, uns Anteil gibt an dem, was nur er allein besitzt. Er nimmt uns hinein in seine ewige, unerschütterliche Wirklichkeit. „Wer Jesus hat, der hat das Leben.“ Weil das stimmt, singen Christen auch an den Gräbern dieser Welt ihre Loblieder. Ihre Glaubenslieder gegen den Tod. Ihre Hoffnungslieder gegen die Vergänglichkeit. Deshalb stimmt auch Paulus hier ein Siegeslied an: „…dem sei Ehre und ewige Macht!“

Wer bleibt, wenn keiner bleibt? Es ist Jesus, der Auferstandene. Und alle, die ihr Leben mit ihm auf ewig verbinden.

 

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  1. Ich fide es gut was du schreibst ich denke die da heim gegangen sind sehen die herlich keit Gottes und wir haben noch die Aufgabe an die Menschen von Jesus zu erzählen, und das machst du sehr gut dafür bin ich dankbar das es dich gib Gottes Segen wünsche ich dir grüße aus Karlsruhe Hans Becker

  2. Vielen Dank für diesen Impuls lieber Roland.
    Das ist es was bleibt und der einzige Trost den es überhaupt auf dieser Welt gibt. Danke dafür. Es traf mich in einer meiner dunkelsten Stunden als Trost des lebendigen Gottes.

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