10 Jahre Freiwilligendienste im CVJM-Gesamtverband

Wie alles anfing – warum alles so ist – und wie alles wird

Wie alles anfing

Klaus Martin Janßen gemeinsam am Diskutieren

Es rumorte schon eine ganze Weile unter den „Internationalos“: Immer mehr junge Erwachsene aus vielen CVJM suchten eine Möglichkeit, mit dem CVJM für ein Jahr nach der Schule ins Ausland gehen zu können. Hin und wieder war auch das internationale Referat an einer Vermittlung beteiligt. Der Gesamtverband wurde durch die Konsultation 2001 „Internationale Freiwilligendienste im CVJM“ in Dassel aufgefordert, diesen Arbeitszweig aufzubauen und hierfür eine Personalstelle zu schaffen. Das geschah dann auch zwei Jahre später, ab dem 1. Mai 2003, mit Klaus Martin Janßen als Referent.

Neben der Entwicklung der internationalen Freiwilligendienste sollte auch das nationale Programm „Freiwilliges Soziales Jahr“ (FSJ) aufgebaut werden. Gemeinsam mit Janßen startete auch Silke Leitenberger als Sachbearbeiterin in diesem neuen Arbeitsfeld.

Sehr schnell entwickelte sich das deutschlandweite FSJ-Programm von anfangs 30 bis auf 100 Teilnehmenden in den ersten vier Jahren. Etwas langsamer, weil zeitintensiver, nahm auch das internationale Programm „Volunteers for Europe“, unterstützt durch den Europäischen Freiwilligendienst (EFD/EVS) Fahrt auf.

Insbesondere durch die Angebote des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit dem Programm „weltwärts“ konnten die internationalen Dienste erheblich ausgebaut und für die Partnerschaftsarbeit nutzbar gemacht werden. Silke Leitenberger übernahm den Bereich internationale Freiwilligendienste und
Klaus M. Janßens Schwerpunkt wurde das FSJ.

Nun klingt es so, als wenn Janßen und Leitenberger Alleinunterhalter in diesem Feld gewesen wären. Mitnichten ist das der Fall. Von Beginn an war der neue Arbeitsbereich so angelegt, dass ohne die aktive Mitwirkung der Mitgliedsverbände gar nichts laufen konnte. Der CVJM-Westbund hatte schon viele Jahre vorher mit einem eigenen FSJ-Programm begonnen, das er „MimE“ nannte, nämlich Mitarbeiter im missionarischen Einsatz. In jedem Jahr nahmen etwa 15 junge Leute daran teil, die sich berufen ließen, für ein Jahr in einem örtlichen CVJM in einem speziellen Projekt mitzuarbeiten. Auch im CVJM-Landesverband Sachsen hatte sich eine solche Arbeit entwickelt, die dann auch in die Freiwilligenarbeit des CVJM-Gesamtverbandes einging. Mit Marika Kürten vom CVJM-Westbund und Klaus Rudolph aus Sachsen wurden zwei erfahrene Mitarbeiter/innen von ihren Arbeitgebern mit der FSJ-Arbeit teilweise beauftragt. Gemeinsam mit Klaus M. Janßen organisierten sie die pädagogische Begleitung der jungen Leute in den Einsatzstellen als Ergänzung zu dem, was die Anleiter/innen vor Ort taten.

Warum alles so ist

Die Gruppe der Rückkehrer 2012 zusammen mit Silke Leitenberger.

Die ersten Schritte waren getan, nun ging es an das Fine-Tuning der verschiedenen Programme, oder Formate, wie man heute neudeutsch sagt. Nachdem auch der BFD (Bundesfreiwilligendienst) hinzukam, stiegen die Teilnehmendenzahlen im 10. Jahrgang 2012/13 auf 115 FSJler/innen und neun BFDler/innen. Die internationalen Freiwilligendienste haben inzwischen einen Höchststand von über 200 Bewerbungen im Jahr erreicht, von denen nur etwa 40 als Teilnehmende in den unterschiedlichen Formaten mitmachen können.

Die Berlin-Seminare zur politischen Bildung im FSJ und BFD haben mittlerweile Kultstatus erlangt und etliche aktuelle und ehemalige Studierende von CVJM-Kolleg und –Hochschule sind als Praktikant/innen und Honorarkräfte bei den Seminaren dabei. Aufgrund der Diskussionen um die Einführung des BFD und der sich daraus ergebenden Unstimmigkeiten über die Bundesförderung der Freiwilligendienste hat es viel Ärger und Verunsicherung gegeben. Langsam zieht Ruhe ein. Der CVJM-Gesamtverband beschränkt sich für den neuen Jahrgang auf 100 Plätze im FSJ und 20 im BFD, sowie wieder etwa 40 Plätze im Ausland.

Wie alles wird?

Auf dem Niveau von 2013/14 werden sich die Plätze in den unterschiedlichen Programmen deutschlandweit und international voraussichtlich einpendeln. Größere Zuwächse oder Einbrüche sind nicht zu erwarten. Voraussichtlich in drei Jahren wird es einen Wechsel in der Leitung des Referates Freiwilligendienste geben. Momentan arbeitet der Arbeitskreis Freiwilligendienste an einer neuen Bildungskonzeption für den CVJM-Gesamtverband und an einer Anleiter/innen-Konzeption. Beides wird auf einem Fachtag mit den Anleiter/innen der etwa 70 Einsatzstellen beraten und verabschiedet. All das dient der weiteren Qualitätsentwicklung der Freiwilligendienste – vielleicht für die nächsten 10 Jahre.

(Klaus M. Janßen, Referent für Freiwilligendienste)

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