Sag niemals nie!?

Impuls zum Wochen­spruch:

Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.

(Johannes 10, 11. 27. 28)

Roland Werners Impuls auf dem CVJM-Blog

Diese alte Volksweisheit scheint Jesus nicht gekannt zu haben. Oder zumindest hat er sich nicht daran gehalten Vielmehr macht er eine unglaubliche, ja absolute Aussage: „sie werden nimmermehr umkommen.“ Absoluter geht es kaum. Und wer genau hinschaut, oder, besser noch, genau hinhört, der merkt, dass Jesus noch weitere unglaubliche, absolute Dinge sagt.

Wir können diese Aussagen als Bestätigung für uns hören. Und so sind sie auch gemein: Wer Jesus folgt, der kann ganz getrost sein. Der kann Gewissheit haben, dass Jesus ihn festhalten wird, durch alles hindurch. Dafür bürgt er, der gute Hirte, ganz persönlich.

So haben Menschen zu jeder Zeit diese Spitzenaussage von Jesus als feste Zusage gehört, als Vergewisserung für ihr Leben mit ihm in Zeit und in Ewigkeit. Und das ist auch vollkommen richtig. Denn genau das verspricht Jesus allen, die zu ihm gehören, denen, die ihm folgen, oder im Bild zu sprechen, dass er hier verwendet, seinen Schafen.

Und doch, ein kleiner Perspektivwechsel bringt noch etwas anderes hervor. Und zwar den Grund dafür, warum  wir in dieser Gewissheit leben können. Wenn wir darauf schauen, was Jesus über sich selbst sagt, wird das klar.

„Ich bin der gute Hirte…“ Alle damaligen Hörer werden die Brisanz dieser Worte erkannt haben. Im Alten Testament hat sich Gott selbst als der wahre Hirte seines Volkes vorgestellt. Er ist der Hüter Israels, der, der sie mit mächtiger Hand aus der Knechtschaft befreit und in das versprochene Land geführt hat. Er ist es, auf dessen Stimme sein Volk hören soll: „Höre, Israel!“ – So beginnt die eindrückliche Aufforderung, Jahwe allein als Gott anzuerkennen und ihn allein zu lieben mit aller Kraft.

Der Psalmbeter nimmt das auf: „Erkennt, dass der Herr Gott ist, und wir sind sein Volk, und die Schafe seiner Weide.“ Jeder, der die Worte von Jesus hörte, hatte dies alles tief aufgesogen. Und so war ganz klar, dass Jesus hier den höchsten Anspruch erhebt, der überhaupt möglich ist. Er sagt nicht anders als dass er, der Mensch, der Rabbi aus Nazareth, der Sohn der Maria, derselbe ist wie der, der sich seinem Volk offenbart hat. Dass sie in ihm dem ewigen „Ich bin“ begegnen.

Hier liegt auch der tiefste Grund dafür, dass wir wirklich Gewissheit haben können. Sie begründet sich nicht in unserem Glauben, nicht in unserer Nachfolge oder irgendwelchen anderen Tagen, sondern in Jesus. In ihm begegnet uns Gott selbst. Und was der spricht, das hat Bestand. „Immer“ und „niemals“ im Mund von Jesus sind keine leeren Phrasen, sondern der feste Grund, auf dem wir stehen können. Er ist die Tür, die niemand zuschließen kann. Er ist der Weg, der in Wahrheit zum Leben führt. Er ist der gute Hirte, der alle seine Schafe im Blick hat, und dem keins verloren geht. Niemals und nie.

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  1. Lieber Bruder Werner,
    vielen Dank für die ermutigende und klare Aussage über den Text aus Johannes 10. Mit Jesus im Leben wissen wir, dass wir einen Halt + Gewissheit haben, die uns durch alle Lebenslagen tragen.

    Ich wünsche Ihnen die Kraft, Freude und inneren Frieden, den Sie für Ihren so wichtigen Dienst brauchen.
    Shalom,
    Werner Strauss (früher Singapur)

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