Stark im Leben: Youth Empowerment Programm der African Alliance of YMCAs [UPDATE IV]

S2C wird von der afrikanischen Allianz der CVJM durchgeführt

Nach einer sehr langen Reise von Görlitz bis nach Kadoma in Simbabwe, durfte ich endlich die hochqualifizierten 15 Jugendleiter aus verschiedenen afrikanischen Ländern – Liberia, Simbabwe, Kenia, Sierra Leone, Nigeria, Togo, Senegal, Madagaskar und Ghana treffen und nach einem leckeren Abendsnack mit ihnen quatschen und tanzen gehen. Heute, am 15. Juni, fand die letzte Trainingseinheit für diese S2C-Botschafter statt – geprägt von 2 Minuten-Reden der Jugendleiter über ein S2C-bezogenes Thema, oft in Verbindung mit Programmen, die sie vor Ort mitgestalten bzw. selbst initiiert haben. Es ist sehr beeindruckend, die Entwicklung dieser jungen Erwachsenen über die letzten 4 Jahre zu beobachten und zu bestaunen. Ihr Selbstvertrauen, Verständnis der tatsächlichen Probleme in ihrer Umgebung und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und diese Probleme anzugehen und Umstände zu ändern, macht Mut und löst in mir große Begeisterung aus!

Sarah Simmank ist mit verantwortlich für die Durchfühung von S2C. Hier im Gespräch mit Romulo Dantas.

Ich wünsche mir sehr, dass wir in Deutschland das Gelernte so einsetzen können! Ich möchte auch dort die Jugendlichen und jungen Erwachsenen davon überzeugen, dass Verantwortung zu übernehmen und Dinge wirklich nachhaltig verändern zu wollen zwar bedeuten, von der bequemen Couch aufzustehen und den Platz vorm Fernseher zu verlassen, aber eben auch die Möglichkeit, Missstände anzusprechen und Veränderung zu bewirken!

Hier gehts zum aktuellen Blog des Programms in Simbabwe. Bei der Internationalen Konferenz 2012 in Dassel hat Romulus Dantes das S2C-Programm kurz vorgestellt.

[Update]:

Ich bin so stolz! Heute werden die ersten S2C-Botschafter ausgezeichnet und in ihre CVJM-Realitäten entlassen. Das letzte Training hier in Simbabwe konzentrierte sich besonders auf die Kommunikationsfähigkeiten der Teilnehmer – ihre Geschichte verständlich und inspirierend zu erzählen. Einige der “alten”Botschafter wurden ebenfalls eingeladen, den neuen Zyklus des S2C-Konzeptes mit zu begleiten und den potenziellen Leitern aus verschiedenen Ländern (Simbabwe, Nigeria, Togo, Senegal, Suedafrika, Tansania, Kenia, Sambia, Ghana, Sierra Leone, Niger…) ihre Veränderung durch S2C zu beschreiben.

Hast du schon einmal einen Multi-Multi-Multi-Millionär persönlich getroffen? So wurde Philip Chiyangwa bei der Eröffnungsfeier vorgestellt. Er gab den Jugendleitern nicht nur inspirierende Gedanken zu seinem Erfolgskonzept im wirtschaftlichen Bereich mit auf den Weg, sondern zeigte auch mit den Ausführungen zu der von ihm aufgebauten grössten Privatschule in Simbabwe, dass ihm die Ausbildung junger Menschen am Herzen liegt und er seinen Wohlstand dafür einsetzt.

Der erste Eindruck der neuen S2C-Botschafter ist vielversprechend. Die grosse Frage wird wieder sein, wie viele von ihnen dranbleiben und wirklich anfangen, in ihren Nationalverbänden und Ortsvereinen das S2C-Konzept zu integrieren und bestehende Programme dadurch zu verändern bzw. zu erweitern.

Teilnehmende des ersten S2C- Kurses

[UPDATE II]

S2C – ein lebensveränderndes Konzept, das Jugendliche inspiriert, an manchen Stellen schockiert und wachrüttelt, und davon überzeugt, dass Reden ohne Handeln völlig unnütz ist. Zum zweiten Mal wurden afrikanische Jugendleiter in das S2C-Konzept eingeführt durch inspirierende Zeugnisse, z.B. einer jungen Kenianerin, die in einem großen kenianischen Slum geboren wurde und aufwuchs, bevor sie selbst Initiative ergriff und heute eine studierte Leiterin einer Organisation ist, die sich mit der Bildung und Unterstützung anderer Jugendlicher beschäftigt, die in den afrikanischen Slums leben. Carlos Sanvee und Gil Harper von der Afrikanischen Allianz der CVJM machten sehr deutlich, welche hohen Erwartungen auf den neuen S2C-Botschaftern liegen – neben monatlichen Berichten und der Umsetzung eines selbst entwickelten S2C-Projektes vor Ort erwartet die Afrikanische Allianz der CVJMs, dass die S2C-Botschafter 110% Engagement zeigen und sich in jeglicher Hinsicht wie verantwortungsvolle Bürger verhalten. „Jedes inakzeptable Verhalten wird umgehend mit dem Ausschluss aus dem S2C-Prozess bestraft“, machte Carlos Sanvee noch deutlich. Die S2C-Botschafter sollen ab 2014 die einzigen Personen sein, die den CVJM in Afrika und international vertreten dürfen sowie in weiteren Schritten auf nationaler Ebene aktiv sein sollen. Er fügte noch hinzu: „Wir wollen der Vetternwirtschaft und Korruption in unseren eigenen Strukturen im CVJM in Afrika ein Ende setzen. Dafür brauchen wir S2C-Botschafter, auf die wir stolz sein können und die ihre Position bekommen, weil sie die kompetentesten sind, um diese auszufüllen.“ Ich bin sehr gespannt, wie viele Jugendleiter die 2. Phase des S2C-Prozesses 2013 erreichen und letztendlich 2014 akkreditiert werden.

[UPDATE III]

„Bist du für oder gegen eine gemeinsame Währung für Afrika oder nicht sicher?“ Diese Frage stellte uns Sonja, Programmsekretärin der Africa Alliance of YMCAs, und bat uns, sich auf drei entsprechende Gruppen im Konferenzraum aufzuteilen. Anschließend hatte jede Gruppe Zeit zu diskutieren und anschließend drei Argumentationen (immer abwechselnd) vorzustellen und zu versuchen, die anderen Parteien von der eigenen Position zu überzeugen. Es war eine sehr interessante und teils hitzige Diskussion, die deutlich machen sollte, wie wichtig und gleichzeitig auch herausfordernd es ist, für eine Meinung, ein Thema etc. einzustehen und dafür zu werben/Lobbyarbeit zu betreiben. Anschließend beschäftigten wir uns mit den verschiedenen Schritten, die für die Entwicklung eines „Advocacy“-Projektes wichtig sind. Das Thema dieses Projektes wird die bereits angelaufene Kampagne „Stoppt Armut“ sein, initiiert vom CVJM-Weltbund. Am Ende des Prozesses soll ein konkretes Projekt feststehen, das die S2C-Botschafter in den kommenden Monaten umsetzen werden.

[UPDATE IV]

Während der Vorbereitung zu einer konkreten Aktion im Rahmen der „Stoppt Armut“-Initiative

Und weiter geht es mit der Arbeit an einem konkreten S2C-Projekt, dass Politiker und Entscheidungsträger adressiert und im Rahmen der „Stoppt Armut“-Kampagne gegen z.B. Korruption in Regierungen vorgeht. Die Arbeit in den verschiedenen Gruppen ist sehr unterschiedlich – unsere Gruppe besteht aus Französisch und Englisch sprechenden S2C-Botschaftern, sodass ich die ganze Zeit zwischen den beiden Sprachen hin- und herübersetze. Das interessante ist, dass die Gruppenarbeit hervorragend und sehr effizient ist. Andere Gruppen, wie z.B. S2C-Botschafter aus den südlichen Ländern in Afrika, kommen mit ihrer Arbeit nicht voran, da sie keinen Konsens finden, meistens nur von eigenen Beispielen sprechen, aber diese nicht auf eine gemeinsame Ebene hochbrechen. Andere Gruppen sehen sich der Herausforderung sehr dominanter und sehr zurückhaltender Mitglieder gegenüber. Teilweise sind die europäischen Teammitglieder zu dominant, aber in den meisten Gruppen ist erfreulicherweise zu sehen, dass die Europäer viel zuhören und versuchen, die afrikanischen Realitäten kennenzulernen und zu verstehen. An die Gruppendiskussionen schloss sich nun eine Präsentation über Medien, Artikelschreiben etc. an, um deutlich zu machen, wie wichtig es ist, die existierenden Medien für Lobbyarbeit zu nutzen und wie kann das am effektivsten geschehen kann.

Die „Stoppt Armut“- Kampagne der World Alliance of YMCAs

Als die drei deutschen Teilnehmer an diesem Training – Eva Hermann, Karo Martin und Sarah Simmank, wollen wir allen Interessierten anbieten, von unseren Erfahrungen hier in Simbabwe zu berichten, entweder persönlich oder gern auch über Skype. Wir sind davon überzeugt, dass das S2C-Konzept auch in Deutschland das Leben von Jugendlichen nachhaltig verändern kann.

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  1. Excellent interview and information. The profile of YMCA is changing from just being an activity organization to issue based and life centric. a missional movement for youth empowerment. I am certain; Sir George Williams will turn in his grave…

  2. Pingback: Where East meets West – Deutsche CVJMer auf der YMCA Europe Konferenz in Istanbul | CVJM-Blog

  3. Pingback: Hausmittel Gegen Unreine Haut

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