„Hinterlasse die Welt ein Stückchen besser, als du sie vorgefunden hast.“

Wunde Füße, ungewaschen seit Tagen, sonnenverbrannt und müde. 
Das klingt nach einer üblen Tortur. Aber nein, so sehen wir Pfadfinder nach gelungenen Fahrten aus. 
Mein Name ist Clara Groß, ich bin 19 Jahre alt und habe vor 6 Monaten mein FSJ in Wolfen beim VCP begonnen. Nach meinem Abi wollte ich nicht sofort zum Studium und damit in den nächste „Schulbank“.

Ich bin seit drei Jahren Mitglied des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder, kurz VCP. Er ist einer von vier anerkannten Pfadfinderverbänden hier in Deutschland. Auf der Welt gibt es rund 41 Millionen Pfadfinder in 216 Ländern. Wir sind, ähnlich wie der CVJM, in Verbänden organisiert.

Das Friedenslicht 2011.

Der VCP will dazu beitragen, junge Menschen zu mündigen, verantwortungsbewussten und toleranten Menschen zu erziehen. Wir versuchen das umzusetzen, was uns unser Gründer Sir Baden Powell aufgetragen hat: „Hinterlasse die Welt ein Stückchen besser, als du sie vorgefunden hast.“.
 Sehr aktuelle Themen sind z. B. Nachhaltigkeit und Prävention sexualisierter Gewalt, wobei man sieht, dass wir versuchen auf viele unterschiedliche Bereiche aufmerksam zu machen.
 Genau das ist für mich sehr wichtig an unserer Arbeit. Wir wollen Kinder und Jugendliche fördern und ihren Blick für die Welt öffnen. 
Sie sollen in einem geschützten Raum aufwachsen können. Deshalb befassen wir uns auch mit unbequemen Themen wie sexualisierter Gewalt.

Neben solchen Themen begeistert es mich aber auch enorm, wenn wir auf Lager und Fahrten gehen. Man lebt mit Gleichaltrigen zusammen, erlebt Abenteuer und ist völlig aus dem normalen Alltag herausgerissen. 
Solche Erlebnisse sind besonders für die Gruppenbildung wichtig. Man bestreitet Gefahren, Konflikte und Höhepunkte, das schweißt ungemein zusammen.

Die Turmfalken machen im Herbst selber Apfelmus.

Es gibt Stämme/Orte und diese haben kleine Sippen von 8 – 12 Kindern und Jugendlichen. Diese Sippen treffen sich einmal in der Woche und arbeiten, spielen, entdecken und reden miteinander. Mit Themen wie Schokolade versuchen wir den Pfadfindern etwas über Fairtrade und Kinderarbeit beizubringen, Spiele stärken das Gruppengefühl und mit Holz große Türme zu bauen ist etwas Besonderes, was man eher selten macht. 
Weil ich selbst Pfadfinderin bin und diese Form der Erziehung gut finde, habe ich mich dazu entschieden, mein FSJ beim VCP zu machen. Ich habe eine Gruppe mit 11 Pfadis zwischen 11 und 15 Jahren. In einem Nachbarort gründet sich gerade ein neuer Stamm. Dort helfe ich viel, damit Pfadfinden Fuß fassen kann. Hier in der ehemaligen DDR ist das ziemlich schwer, weil Pfadfinden erst unter den Nazis und dann unter der DDR-Regierung verboten war.

Clara (in der Mitte) mit Pfadfinderinnen beim Quereinsteigerkurs des VCP Mitteldeutschland.

Aber wir sind im Aufbau begriffen und merken, dass unsere Arbeit gewollt wird. Ich denke, dass dies so ist, weil wir jedem etwas bieten können. Den Hitzköpfen, den Entdeckern, den Theoretikern, den Spielekindern, den Ruhigen und allen, die sonst nicht unbedingt etwas finden, wo sie angenommen und geliebt werden wie sie sind.
 Wir praktizieren Nächstenliebe, ungeachtet des Glaubens, der Herkunft, der Orientierung oder des Könnens. Das ist der essentielle Wert unserer und hier in Wolfen meiner Arbeit.

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  1. Hallo Clara,
    toll was der VCP mit seiner Pfadfinderarbeit alles macht – wusstest du schon das es im CVJM auch eine eine große Pfadfinderarbeit gibt ?
    Im August 2011 fand an der Loreley bei Koblenz das 3. ESG Jamboree statt ( http://www.esg-jamboree2011.eu )
    Dabei war untere anderem auch die Bündische Jugendarbeit im CVJM Westbund – eine der Pfadfinderarbeiten ( http://www.cvjm-buendisch.de ) oder die Scouts aus dem CVJM LV Baden.
    Mit Jesus Christus – Mutig voran

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