Es geht um das Herz

Impuls zum Wochen­spruch 12. Feb – 18. Feb 2012

Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.

Hebräer 3, 15

Es geht um das Herz

Das Herz ist in biblischer Sprache das Zentrum der Persönlichkeit. Das Herz ist der Ort, wo Entscheidungen getroffen werden, der Sitz des Willens und des Gewissens. Wenn die Bibel von unserem Herzen redet, geht es also nicht primär um das Gefühl. Das ist der Anklang, den wir in unserer heutigen Zeit mit dem Begriff „Herz“ verbinden.  Sondern es geht um die innerste Ausrichtung unserer Persönlichkeit.

Natürlich sind da auch Gefühle wichtig. Und natürlich entscheiden wir in unserem Leben nicht nur vernunftmäßig, sondern lassen uns auch von unseren Gefühlen leiten. Und dennoch sind wir als Menschen mehr als unsere Gefühle. Wir sind in der Lage, uns für das Gute und Richtige zu entscheiden, ganz egal, ob was uns unsere Gefühle sagen. Dabei kommt es auf das Ziel an, das, was wir erreichen wollen. Der Polarforscher kämpft sich durch alle Witterungen und Widrigkeiten hindurch, um sein Ziel zu erreichen. Der Athlet bezwingt seinen eigenen Körper, um die Medaille zu gewinnen.

„Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht!“ Mit dieser Aufforderung stellt der Hebräerbrief seine Leser vor die Entscheidungssituation. Das Heute, dieser Tag, dieser Augenblick, ist der Zeitraum, in dem wir unseren Glauben bewähren müssen. Hier und jetzt sind wir gefragt. Hier und jetzt entscheidet sich, ob wir auf Gottes Weg gehen oder auf unseren eigenen Wegen.

Was steht auf dem Spiel? Damals, bei den ersten Lesern, Hebräern, die an Jesus glaubten, war der Druck sehr stark, sich von Jesus abzuwenden und wieder ganz in ihre Volksgemeinschaft einzutauchen. Es waren die Jahre, in denen sich der jüdische Volksaufstand gegen die Römer formierte. Das war die Versuchung stark, dass sich die hebräischen Jesusnachfolger ihrer Umgebung anpassten. Das schien der einfachere Weg zu sein: sich von Jesus abzuwenden, von dem Messias, dem Sohn Gottes, und ihn allenfalls als einen Propheten und Lehrer neben anderen anzuerkennen.

Das ist die Verstockung, von der hier die Rede ist. Für uns heutzutage ist der Begriff der „Verhärtung“ vielleicht fassbarer. Auf jedenfalls ist es eine negative Festlegung, gekennzeichnet von mangelnder Umkehrbereitschaft und von Unkorrigierbarkeit.

Das Gefährliche, ja, Tragische, ist, dass solch eine Verhärtung des Herzens schleichend geschieht. Fast unmerklich verändert sich unser Inneres. Aus Freude am Glauben wird Gewohnheit, Begeisterung wird zur Mittelmäßigkeit und die Sehnsucht nach Gott zur Gleichgültigkeit.

Als Menschen, die in einem reichen Land leben, in dem es alles im Überfluss gibt und wir scheinbar Gott nicht brauchen,, sind wir vielleicht in besonderer Weise gefährdet, dass unsere Herzen sich verhärten. Umso wichtiger ist die Warnung, die uns in unserem Wochenspruch entgegenkommt, und die Chance zur Umkehr und zu einem Neuanfang. Heute, hier und jetzt.

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