Professor Cornelius du Toit brachte weltweite Perspektiven an die CVJM-Hochschule

[Ein Beitrag von Damaris Müller]

Jeder Jahresanfang bedeutet für uns an der CVJM-Hochschule gleichzeitig Semesterabschluss. Die Seminare und Vorlesungen werden beendet und das erworbene Wissen in der Prüfungsphase Anfang Februar abgeprüft. So gingen auch die Lehrveranstaltungen “Youth Culture and Religion”, „Fundamentalism, Post-Fundamentalism, Perspectivism” oder „The place of religion in a techno-scientific culture”  viel zu schnell vorbei.

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Cornelius du Toit im Gespräch

„Huch – Lehrveranstaltungen auf Englisch?“, werden manche vielleicht denken. – Genau, Englisch!  Im vergangenen Wintersemester 2017/18 hatten wir zum ersten Mal die Gelegenheit eine Auswahl an englischsprachigen Kursen im Präsenzstudiengang der Religions- und Gemeindepädagogik / Soziale Arbeit anzubieten. Durchgeführt wurden diese Kurse vom südafrikanischen Theologie-Professor Cornelius du Toit, der bei uns im Rahmen des Gastdozierendenprogramms des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) einen Lehr- und Forschungsaufenthalt durchführte.

Wie bereits berichtet, verbrachte der Leiter des Research Institute for Theology and Religion (Forschungsinstitut für Theologie und Religion) von der University of South Africa (UNISA) kommend ein Semester als Gastprofessor an der CVJM-Hochschule.

Horizonterweiterung für alle

Seine langjährigen Forschungserfahrungen stellten eine attraktive Horizonterweiterung für Studierende und Kollegium dar. Vor allem in seinen Vorlesungen profitierten die Studierenden nicht nur von der südafrikanischen, sondern auch durch die von du Toit initiierten weltweiten Veranstaltungsformate und die damit verbundene internationale Sicht auf Theologie, genauer du Toits Forschungsgebiet des Zusammenspiels von Theologie und Naturwissenschaften.

Zwei seiner Studentinnen bewerten ihre Erfahrung so:

„Die Vorlesung von Herrn du Toit hat mich gut auf einen Dialog zwischen Wissenschaft und Glaube vorbereitet, da wir sowohl die Ansichten der Wissenschaft als auch der Theologie genau betrachtet und gelernt haben, wie beide Seiten sich ergänzen und voneinander profitieren können. Dies kann mir bei Gesprächen, in denen die Wissenschaft als wahr und die Theologie als Irrtum angesehen wird, helfen, Zusammenhänge zwischen den beiden Disziplinen aufzuzeigen und herauszustellen, dass der Glaube an Gott weder die Wissenschaft ausschließt noch sich von ihr distanziert.“ (Studentin im 3. Semester)

„Mich haben die Vorlesungen zu den verschiedenen Themen auf Englisch herausgefordert, interessiert und bereichert. Besonders eindrücklich fand ich die Heranführung zum Thema des Bösen.“ (Studentin im 3. Semester)

Cornelius du Toit mit Kolleginnen und Kollegen der CVJM-Hochschule

Abschiedsessen mit den Dozierenden der CVJM-Hochschule

Doch nicht nur Studierende stellten sich der Herausforderung eines Fachdialogs auf Englisch, auch das gesamte Kollegium ließ es sich nicht nehmen, trotz der guten Deutschkenntnisse du Toits ihre englischen Sprachkompetenzen zu erproben und neben fachlichem und persönlichem Austausch auch organisatorische Zusammenhänge darzustellen und die deutsche Kultur und Gepflogenheiten zu präsentieren, z.B. an Fasching bot sich dazu eine gute Gelegenheit.

Du Toits Aufenthalt konnte also als voller Erfolg gewertet werden. Wir hoffen, das Gastdozierendenprogramm des DAAD in Zukunft wiederholen zu können.

Aufgrund einer Erkrankung konnte Prof. Dr. du Toit leider nicht beim offiziellen Semesterende verabschiedet werden, sodass die feierliche Verabschiedung von der Prorektorin Prof. Dr. Christiane Schurian-Bremecker in den Semesterferien durchgeführt wurde.

Cornelius du Toit selbst richtete u.a. folgende Worte an uns:

“Meine Zeit in Kassel bot für mich eine wunderbare Chance einen Einblick in das Leben in Deutschland zu bekommen, vor allem was die Hochschulwelt und die studentische Sichtweise betrifft. Ich glaube, es gibt so etwas wie die “global universellen“ Studenten und Studentinnen — und das hat sich über auch nicht großartig über die Jahrhunderte geändert. Und dennoch kann ich sagen, dass die CVJM-Hochschule viel mehr ist als „just another university“, also eine Hochschule wie alle anderen auch. Ich habe hier erlebt, wie eine Kultur des Lernens sich hier verbindet mit dem Formen eines „Geistes“ — auch und gerade im geistlichen, nicht im intellektuellen Sinn — im Kontext einer christlichen Gemeinschaft des gegenseitigen Kümmerns und Teilens.

Studierende waren offen für Themen wie Gender, ethische und soziale Herkunft  und für die Frage von Diversity und Pluralismus, immer aus dem hoffnungsvollen Blickpunkt: wie können wir die Welt besser machen? Das galt auch für meine Kolleginnen und Kollegen hier, deren Produktivität und Bereitschaft zur hohen Leistungsbereitschaft und Einsatz mich sehr beeindruckt hat — ein wirklich besonderes Team.

Damaris Müller, International Office der CVJM-Hochschule, überreicht Cornelius du Toit einen Blumenstrauß als Dank

Als ich plötzlich krank wurde am Ende meiner Zeit hier, durfte ich das ganz konkret erleben, wie Studierende und Kollegen mich unglaublich unterstützt haben. Deswegen bin ich allen hier besonders dankbar für eine für mich unvergessliche Zeit und Erfahrung — und ich möchte mich jetzt auch danach dafür einsetzen, diesen internationalen Austausch und die Kooperation zwischen unseren wissenschaftlichen Institutionen zu stärken und weiter zu vertiefen.“

Wir danken Cornelius du Toit für seine bereichernde Arbeit an der CVJM-Hochschule, wünschen ihm für die Zukunft beruflich, privat und gesundheitlich alles Gute und bleiben in Kontakt.

Damaris Müller, Internationales Büro der CVJM-Hochschule

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