Bewegende erste Eindrücke aus dem Niger

[Ein Beitrag von Sahrah Simmank und Christiane Clemens]

Der CVJM Schlesische Oberlausitz pflegt eine lebendige Partnerschaft mit dem YMCA Niger. Der Besuch im Niger hat unsere persönlichen Beziehungen intensiviert und zu weiteren Schwerpunkten unserer Zusammenarbeit geführt.

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Jugendgruppe aus dem Niger, zusammen mit Gästen vom CVJM Schlesische Oberlausitz

Aktive Zusammenarbeit

Wir möchten das Fußballprojekt mit den Schulen in Niamey wieder neu aufleben lassen. Darüber hinaus wird es ein Jugendcamp 2019 in Niamey mit deutschen und nigrischen Jugendlichen geben. Außerdem arbeiten wir an einer großen gemeinsamen Vision, einem Sportzentrum auf einem, dem YMCA Niger durch die Stadt zur Verfügung gestellten Gelände. Diese Vision stellt uns gemeinsam vor große Herausforderungen, besonders im finanziellen Bereich, und wir suchen nun nach Möglichkeiten und Partnern, um die Vision Realität werden zu lassen.

Sarah Simmank, Geschäftsführerin CVJM Schlesische Oberlausitz

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Sarah Simmank (r.) mit Hamidou Rabiou, dem Generalsekretär des YMCA Niger

 

Christiane Clemens beschreibt ihre Eindrücke von ihrer ersten Afrika-Reise:

Afrika – Du bist befremdlich. Menschen schlafen in den Straßen. 41° statt 14° Celsius. Armut wohin man schaut, und doch so viele glückliche Gesichter. Wie sehr ich das liebe, wenn Menschen mit den Augen lachen.

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Auf einer Straße in Niger

Und doch kennst Du kein Erbarmen – hungrige Kinder, die nach Geld fragen. Wunden, die nicht verarztet werden können. Mein Herz schmerzt beim Anblick dieser Not. Und wieder zeigst du mir auf, wie egoistisch ich in meinem Land lebe und wie stolz ich selbst hier bin, weil ich es gar nicht so schnell ablegen kann.

In eine Unterkunft zu kommen ohne zu wissen, ob es Strom oder Wasser gibt – das sind Dinge, über die ich mir keine Gedanken mache, denn sie sind in Deutschland gegeben. Menschen, die sich ihrer Armut schämen – am liebsten würde ich sie in den Arm nehmen und ihnen sagen, dass es mir leid tut, allein dass sie diese Gedanken haben.

Und immer wieder sage ich zu mir: „Gott, Du bist größer“ und Du allein weißt – warum, wozu und weshalb. Mein Alltag ist wie weggewischt – meine Probleme scheinen unfassbar klein. Es tut gut, sich ganz auf Dich zu besinnen: Gott.

Allein dies zeigt mir diese Nation – wir haben im Grunde nichts – außer Dir, Gott.

Aber ich habe auch erfahren, wie zuvorkommend Menschen sein können. Wie gastfreundlich – sie geben, obwohl sie nichts haben. Sie laden ein und tun dies mit ihrem Herzen. Das berührt mich und ich frage mich: Gebe ich vom Letzten? Ich erlebe, wie kostbar Wasser ist, wenn aus der Dusche morgens nur ein paar Tropfen kommen. Kein Internet, das war am Anfang wie aufhören zu Leben.

Das Fremde macht mir Angst. Fremdes Essen – was darf ich? Was schadet meinem europäischen Magen? Es braucht 2-3 Tage, um die Hitze, die Kultur, das Essen anzunehmen. Ich habe Angst – Angst vor Krankheit, Angst vor Entführung, Angst vor dem Bösen, aber Du Herr umschirmst mich. Du heilst während der Reise meine Atemwege. Nichts ist Dir unmöglich und so danke ich Dir für Bewahrung, Du wunderbarer Gott.

Christiane Clemens ist Finanzbuchhalterin beim CVJM Schlesische Oberlausitz e.V. Im Rahmen der Vorbereitungen eines Jugendcamps das 2019 in Niger stattfinden soll reiste sie Ende April zum ersten Mal nach Afrika.

 

Weitere Informationen zur Partnerschaft mit Niger gibt es auf der Seite des CVJM Schlesische Oberlausitz.

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