Prof. Dr. Stefan Piasecki hält Vortrag im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr

Krieg und Kriegshandwerk im Computerspiel

Am 13. November war das Auditorium des Militärhistorischen Museums (MHM) in Dresden fast bis zum Rand gefüllt. Ca. 50 Menschen aller Altersklassen waren gekommen, um einem Vortrag von Dr. Stefan Piasecki, Professor für die Handlungsfelder der Sozialen Arbeit an der CVJM-Hochschule und Medienexperte, zu lauschen.

Militärhistorischen Museums (MHM) in Dresden
Foto: dpa

Er referierte im Rahmen des Forums Museum zum Thema „Landser 4.0 – Krieg und Kriegshandwerk im Computerspiel“. Fast die Hälfte aller Deutschen spielt Computerspiele. Umso wichtiger sei es, sich damit zu beschäftigen, wie wir in Deutschland als entmilitarisierte Nation mit Krieg und Kriegshandwerk in Spielen umgehen, forderte zu Beginn des Abends Jan Kindler, Kommunikationschef des Museums.

In seinem kurzweilen Vortrag sprach Prof. Dr. Stefan Piasecki zuerst darüber, was es heißt, Soldat im Spiel zu sein und welche Rolle das Pathos dabei spielt.

Anschließend ging er der Frage nach, warum die Welt digitaler Kriegshandlungen eine viel diskutierte ist, die gleichermaßen Jugendliche und Erwachsene aber auch Pädagogen, Forscher und die Politik interessiert. Er machte deutlich, dass sich die Aufregung meist an der realitätsnahen Darstellung der Kriegshandlungen in den Spielen entzündet und schlug davon ausgehend den Bogen zu der Frage, welche Bedeutung dem Tod im Spiel – im Gegensatz zu Film oder Buch – zukommt.

Prof. Dr. Stefan Piasecki

Zum Ende seines Vortrags wagte Prof. Dr. Stefan Piasecki einen pädagogischen Ausblick auf die Welt der Bildschirmspiele. Er sei der Überzeugung, dass viele Videospiele einen pädagogischen Mehrwert haben, der zwar nicht immer direkt ersichtlich sei, allerdings während des Spiels erfahrbar werde. Er resümiert: „Spiele konnten immer schon mehr. Spiele können Geschichten und Schicksale erzählen und somit Menschen berühren und sie zum Nachdenken anregen.“

Im Anschluss an den Vortrag nutze das interessierte Publikum die Möglichkeit, im Rahmen sowohl eines Podiumsgesprächs als auch eines sich anschließenden Stehempfangs Rückfragen an Prof. Dr. Stefan Piasecki zu stellen.

Buchveröffentlichung

Cover des Buches

Credere et ludere“ lautet der Titel des neuen Buches von Prof. Dr. Stefan Piasecki, das hier beim Tectum-Verlag bestellt werden kann und auf 800 Seiten Computer- und Videospiele aus religionspädagogischer Perspektive betrachtet.

Das MHM ist eines der größten militärhistorischen Museen Europas. Es gehört neben dem Haus der Geschichte in Bonn, dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg und dem Deutschen Historischen Museum in Berlin zu den vier großen Geschichtsmuseen in Deutschland.

Kirsten Meth, Absolventin der CVJM-Hochschule

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