„Macht hoch die Tür“

Andacht zum ersten Advent

Foto: Joanna Kosinska (Unsplash)

In den Tagen unseres Einzugs in Kassel ließ sich unser Garagentor nicht mehr öffnen. „Macht hoch die Tür“, „öffne dich“ war die Idee, der Wunsch, die Aufgabe. Doch es ging nichts mehr.

„Macht hoch die Tür“ – so beginnt das eindrückliche Adventslied von Georg Weissel (EG Nr. 1, der Text greift Worte aus Ps. 24,7 ff. auf). Es ist ein Lied, das in besonderer Weise Worte gibt, Raum und Rahmen schafft, dass der, auf dessen Ankunft wir in der Adventszeit warten, bei uns einziehen und ankommen kann: Jesus Christus.

Symbolbild
Foto: Craig Whitehead (Unsplash)

„Macht hoch die Tür“ – bei unserem Garagentor war das nicht so einfach möglich. Es erforderte geschickte Hände, viel Kraft und jemanden, der sich auskennt. Gemeinsam stemmten wir das Tor auf und fixierten es so, dass es repariert werden konnte. Jetzt lässt es sich wieder öffnen und schließen.

Fürs Öffnen des Herzens braucht es keinen Techniker und doch immer wieder Kraft, Ausdauer, Ermutigung und Hilfe von außen – und manches Mal auch etwas, womit diese Tür offen gehalten werden kann, ohne dass sie schnell und leicht wieder zufällt. Was das bei dir ist, weiß ich nicht. Bei mir sind es bewusste Zeiten der Stille oder Gemeinschaft mit anderen, in der wir nicht nur Leben, sondern auch Glauben teilen.

Die Adventszeit stellt für viele eine besondere Herausforderung dar. Vielleicht ist sie ja in diesem Jahr eine besondere Chance, ein Geschenk? Weil genau das gelingt: ein geöffnetes Herz, geöffnete Hände, schlicht ein offenes Tor zu haben, dass „der König der Ehre einziehe.“

Nicht immer sind Türen leicht zu öffnen oder bleiben automatisch offen. Dabei braucht diese Welt und unsere Gesellschaft so viele offene Türen und Menschen, die dafür sorgen, dass sie offen bleiben. Wenn wir eine offene Gesellschaft bleiben wollen, in der Fremde willkommen, in der Hilfe und Füreinander-einstehen grundlegend sind, dann braucht es das Engagement vieler.

Foto: Arno Smit (Unsplash)

Wenn wir als CVJM-Bewegung relevant sein, die Welt bewegen und verändern wollen, dann braucht es geöffnete Türen zu unseren CVJM-Häusern, damit Menschen hereinkommen können, aber auch, dass wir hinausgehen, hin zu den Menschen. Damit der CVJM mit seiner Leidenschaft für (junge) Menschen sichtbar wird, wir aktiv Gesellschaft mitgestalten. Und – schließlich – zuerst und zuletzt, dass der König der Ehre, dass Gott selbst immer wieder Einzug halten kann in mein Herz, in mein Leben und in unseren CVJM bei allem, was wir tun.

„Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist“ heißt es in der letzten Strophe des Liedes. In diesem Sinne eine gesegnete Adventszeit!

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