„Roots for Reconcilliation“ und der „Do no harm“-Ansatz

Vom 12. bis zum 18. November 2017 fand das zweite Seminar des Peace Work Institutes in Berlin statt. Unsere beiden deutschen Teilnehmerinnen Mona Hein (untenstehend) und Silke Bölts (hier) berichten von ihren Erlebnissen.

Was ist eigentlich der „Do no harm“-Ansatz (dt: Richte keinen Schaden an)?

donoharm

Keep calm and do no harm

In den zwei Wochen des Peace Work Institutes (PWI) im Rahmen der vom YMCA Europe initiierten Seminarreihe „Roots for Reconciliation“ (wörtlich: Wurzeln für Versöhnung) haben wir Teilnehmenden uns mit dem Thema Frieden in ganz unterschiedlichen Facetten auseinandergesetzt.

Wir haben gelernt, dass es sich bei der Friedensarbeit um eine komplexe Aufgabe handelt, die sensibel angegangen werden will. Um bei der Durchführung eines Friedensprojekts keinen Schaden anzurichten, sollte schon bei dessen Planung auf unterschiedliche – teilweise unerwünschte – Effekte geachtet werden.

Das Konzept wurde von der US-amerikanischen Wissenschaftlerin Mary B. Anderson entwickelt. Ihr zentraler Gedanke ist, auf dividers und connectors in Konflikten zu achten.

Dr. Wolfgang Heinrich stellt den „Do no harm“-Ansatz vor

Dabei kann es sich um Personen oder Situationen handeln, welche die Konfliktparteien entweder mehr entzweien oder mehr zusammenbringen. Externe Akteurinnen und Akteure sollten versuchen, die connectors zu stärken und einen Schwerpunkt auf das Verbindende der Konfliktparteien zu setzen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Entwickeln einer Methode, um die positiven und/oder negativen Aspekte des eigenen Handelns abschätzen zu können.

Diesen Ansatz lernten wir jedoch nicht nur in der Theorie kennen, sondern durften ihn auch ganz praktisch in der Planung der (im Artikel von Silke Bölts genannten) Friedensprojekte anwenden. Wir haben in den unterschiedlichen Arbeitsgruppen darüber diskutiert, welche positiven bzw. negativen Effekte wir mit unserem Projekt hervorrufen könnten und welche Auswege aus den negativen Auswirkungen möglich wären.

Wir freuen uns darauf, auch nach der zweiten Woche des PWI weiter an den Friedensprojekten zu planen und sind gespannt auf deren Durchführung nächstes Jahr.

Mona Hein, ehrenamtliche Mitarbeiterin im EJW-Weltdienst

 

 

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