Deutsch-polnischer Jugendaustausch im CJD Dortmund

Ein Beitrag von Christian Cordt

Räume schaffen für Begegnung

Mitte Mai in Dortmund: Zwei Gruppen junger Erwachsener begegnen sich zum ersten Mal. Die eine ist aus Polen, die andere aus Deutschland. Etwas verhalten begrüßt man sich.

Die Teilnehmenden an der Jugendbegegnung

Nur zwei der Deutschen sprechen Polnisch, einige der Polen können ein paar Brocken Deutsch, ein einziger Teilnehmer hat nennenswerte Englischkenntnisse. Und doch werden am Ende der Woche Tränen fließen, weil aus Fremden Freunde geworden sind, die sich nur ungern voneinander verabschieden.

Ende September in Danzig: Einige Teilnehmende haben seit Mai die Wochen gezählt und freuen sich über das Wiedersehen. Andere sind neu „nachgerückt“ und gespannt, was sie in Polen erwartet. Diesmal ist der Abschied noch trauriger, weil der Austausch endgültig vorüber ist und im nächsten Jahr ganz neue Leute auf beiden Seiten dabei sein werden. Ein Teil der deutschen Gruppe möchte am liebsten bleiben.

So ist es jedes Mal. Vor über 15 Jahren hatte eine Mitarbeiterin dieses Projekt im CJD Dortmund ins Leben gerufen. Sie ist inzwischen im wohlverdienten Ruhestand und seit etwa drei Jahren darf ich das Projekt mit zwei Kollegen weiterführen.

Das ist wirklich viel Arbeit und doch sehe ich es als Privileg. Diese jungen Leute mit unterschiedlichen Förderschwerpunkten schaffen etwas, wovon sich so mancher Politiker eine Scheibe abschneiden könnte: über Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede hinweg begegnen sie einander als Mit-Menschen.

Aus Fremden wurden Freunde

Das mitzuerleben freut und fasziniert mich jedes Mal. Es passiert einfach. Unsere Arbeit und die der polnischen Kolleginnen schafft dabei nur die Plattform für das, was die Teilnehmenden daraus machen. Und dafür lohnt es sich!

Einige der deutschen Teilnehmenden planen übrigens für Oktober einen privaten Trip nach Danzig, um ihre neuen Freunde zu besuchen.

Catrin Block ist als engagierte Lehrerin an der CJD-Christophorusschule Dortmund verantwortlich für die Planung und Durchführung des deutsch-polnisches Jugendaustauschs, der auch mit europäischen Fördermitteln finanziert wird. Dieser Austausch ist neben anderen internationalen Begegnungen im CJD ein wichtiger Baustein zur Förderung unserer anvertrauten Jugendlichen. Die Erfahrungen sind nachhaltig und begleiten sinnstiftend und horizonterweiternd die Jugendlichen beider Seiten weit über die Ausbildung hinaus.

Christian Cordt, Delegierter des CJD Deutschland im AK „Weltweit“

 

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