Bundestagswahl 2017: Das Wohl des Gemeinwesens im Blick

Ein Beitrag von Heike Jablonski

Warum es sich lohnt, wählen zu gehen – und wie man die persönliche Wahlentscheidung treffen kann

„Suchet der Stadt Bestes … und betet für sie zum Herrn; denn wenn‘s ihr wohlgeht, so geht‘s euch auch wohl.“ (Jeremia 29,7; Luther 2017)

reichstag

Blick auf das Reichstagsgebäude

In den Wochen vor der Bundestagswahl taucht dieser Vers in christlichen Kontexten häufig auf. Im Kontext der babylonischen Gefangenschaft des Volkes Israel ruft er dazu auf, sich für den Ort einzusetzen, an dem man lebt.

Ich bin überzeugt, dass Jeremias Wort auch noch für uns heute gilt. In erster Linie werden wir hier aufgefordert, für unsere Stadt zu beten und vor Gott für sie einzustehen. Gleichzeitig sollen wir aktiv suchen – nicht nur nach dem Guten, sondern nach dem Besten der Stadt.

Suchet der Stadt Bestes …

Wir sind also aufgefordert, uns für das Gemeinwesen einzusetzen – den Ort, aber auch das Land und die Gesellschaft, in der wir leben. Das kann natürlich unterschiedlich aussehen. Nicht alle wollen oder können sich selbst in Gemeinderat oder Stadtverordnetenversammlung wählen lassen, obwohl das sicherlich eine tolle Möglichkeit ist, sich als Christ ganz konkret vor Ort zu engagieren.

Die meisten Deutschen über 18 Jahren besitzen jedoch das aktive Wahlrecht – die Möglichkeit, selbst mitzuentscheiden, wer künftig die Belange des Landes bestimmt, und damit letztendlich auch, wie es dem Land in Zukunft geht.

Ein Spaziergang mit Familie oder Freunden zum Wahllokal am Sonntagnachmittag kann ein schönes äußeres Zeichen sein, sich als Christ für das Gemeinwohl einzusetzen. Wer an dem Tag verhindert ist, dem bietet die Briefwahl eine komfortable Möglichkeit, seine Stimme ganz einfach vorher von Zuhause aus abzugeben.

… damit es euch gut geht

Die doppelte Aufforderung im Jeremia-Buch wird dann ja auch begründet: Wenn es der Stadt gut geht, dann geht es auch ihren Bewohnerinnen und Bewohnern gut.

Man könnte die Logik auch umkehren und sagen, wenn es den Menschen gut geht, geht es auch der Stadt oder Gemeinde gut, in der sie leben. Doch wie sieht das „gute Leben“ aus? Die großen christlichen Jugendverbände haben ein gemeinsames „Sozialwort“ entwickelt, in dem diese Frage näher behandelt wird. Partizipation, Beseitigung von Kinder- und Jugendarmut, eine gerechte Wirtschaft und Nachhaltigkeit sind nur einige der behandelten Themen.

In der weltweiten CVJM-Bewegung geht es uns darum, dass junge Menschen gestärkt werden und ein gutes Leben haben. Wir stellen seit jeher das Wohl an Körper, Seele und Geist des Menschen in den Vordergrund. Gutes Leben bedeutet eben nicht nur, materiell versorgt zu sein und in Sicherheit zu leben. Auch Geist und Seele benötigen Nahrung.

Bei unserer Entscheidung, wie wir am 24. September unsere Kreuze setzen, lohnt es sich vielleicht, darüber nachzudenken, welche Parteien oder Kandidaten das Wohl an Körper, Seele und Geist der Menschen fördern. Auch könnten wir darauf achten, welche Parteien sich besonders für junge Menschen einsetzen.

Wir könnten uns außerdem fragen, welche Wahlentscheidung das Zusammenleben in unserer Gesellschaft fördern wird. Und da wir Menschen nicht alleine auf der Welt sind, sondern in Gottes guter Schöpfung leben, die es zu bewahren gilt, sollten wir auch diesen Aspekt bei unserer Entscheidung bedenken.

Ich wünsche euch fruchtbare Überlegungen bis zur Bundestagswahl 2017 und dann auch gute Entscheidungen und den Mut, unsere Demokratie aktiv mitzugestalten.

P.S.: Was ist, wenn ich unter 18 bin?

Du könntest die Wartezeit dazu nutzen, dich über das politischen System und die Parteien zu informieren, damit du eine fundierte Entscheidung treffen kannst, wenn es dann soweit ist. Darüber hinaus bietet die U18-Wahl am 15. September eine schöne Möglichkeit, deine Stimme trotzdem (zumindest symbolisch) abzugeben.

Unter www.cvjm.de/bundestagswahl2017 findet ihr Infos zu Initiativen und Aktionen

Heike Jablonski,
Referentin für Jugendpolitik

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