Peace Work Institute des YMCA Europe – Gemeinsam für den Frieden

Manchmal überfällt mich dieser „Ich-würde-gerne-etwas-verändern-Tatendrang“. Doch wo anfangen? Ich habe das Gefühl, vor lauter aktuellen Meldungen, Nachrichten und Posts nicht mehr zu wissen, wo mir der Kopf steht. Und manchmal auch nicht, wie ich zu manchen Themen stehe.

Die Teilnehmenden des Peace Work Institute machen sich Gedanken, wie Frieden gelingen kann

Zu bestimmten politischen Angelegenheiten habe ich natürlich eine gewisse Haltung, bei anderen bin ich mir nicht sicher, ob ich die Komplexität des Sachverhalts wirklich durchblicke. Manchmal bleibt auch gar keine Zeit, den Durchblick zu suchen – schon ist die nächste Meldung aktuell.

Mona Hein: „Peace is mindfulness“

In Zeiten dieser Schnelllebigkeit bleibt es oft aus, sich tiefer in Themen hineinzulesen, die verschiedenen Einstellungen der Akteurinnen und Akteure zu bedenken und sich eine eigene Haltung zu bilden.
Genau darum geht es bei den Seminaren des Peace Work Institutes (im Folgenden: PWI) des Projekts „Roots for Reconciliation“ (Wurzeln für Versöhnung) vom CVJM Europa.

Es möchte junge Menschen dazu anregen, „die Stimme und nicht das Echo zu sein“ – so lautet das Motto dieses Projekts. Es geht darum, einen Austausch zu den Themen „Frieden und Konflikt“ zwischen jungen Menschen aus verschiedenen Ländern Europas zu schaffen; Ländern, die teilweise selbst miteinander im Konflikt stehen.

In einer Übung lernen die Teilnehmenden sich gegenseitig zu Vertrauen

Das Peace Work Institute 2017

Vom 3. bis zum 9. April 2017 fand die erste Woche des diesmaligen PWI in Tiflis, Georgien, statt. Das PWI begleitet die Mitwirkenden durch Seminare und Coaching insgesamt zwei Jahre lang. Die Teilnehmenden sollen dazu befähigt werden, selbst Projekte zu initiieren, die Friedensarbeit leisten.

Gemeinsam für den Frieden

Wie facettenreich Friedensarbeit aussehen kann, konnten die Teilnehmenden schon während der ersten Seminarwoche erfahren: Es wurde überlegt, wie Konflikte entstehen, welche tatsächlichen Gründe Konflikte zu Grunde liegen, welche Akteurinnen und Akteure in Konflikte verwickelt sind, wie ein kritischer Umgang mit Medien und digitaler Aktivismus aussehen kann, welche Themen im Zusammenhang mit Frieden stehen und wie gelebter Friede wahr werden kann.

Dabei ging es nicht nur theoretisch zu, sondern auch ganz praktisch durch Rollenspiele, Simulationen, Gruppenarbeiten und spielerische Übungen. Die Teilnehmenden waren dazu aufgefordert, verschiedene Sachverhalte zu diskutieren, bestehende Meinungen zu reflektieren und Haltungen zu besprochenen Themen zu bilden.

Praktische Übungen wie Rollenspiele verdeutlichen die theoretischen Inhalte

Besonders eindrücklich waren für mich die Begegnungen und der Austausch mit den anderen Teilnehmenden sowie den Leitenden des Seminars; bereichernd die unterschiedlichen beruflichen Hintergründe und Erzählungen von bereits bestehenden Erfahrungen aus der Friedensarbeit; motivierend die unterschiedlichen Visionen im Zusammenhang mit Frieden und vor allem bestärkend, dass es tagtäglich nicht nur viele komplexe Meldungen und Neuigkeiten gibt, sondern auch motivierte Menschen, die sich mit diesen Sachverhalten kritisch auseinandersetzen und in Austausch treten möchten.

In einer Gruppenarbeit vertiefen die Teilnehmenden ihre Erkenntnisse

Denn wie Mahatma Gandhi schon sagte, gibt es keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg. Ich bin gespannt, wo die Wege der 30 jungen Friedensstifterinnen und Friedensstifter in den nächsten zwei Jahren hinführen und welche Spuren sie hinterlassen werden.

Mona Hein, ehrenamtliche Mitarbeiterin im EJW-Weltdienst

Der CVJM Deutschland unterstützt „Roots for Reconciliation“ mit Aktion Hoffnungszeichen. Spenden dafür sind hier möglich unter der Projektnummer 42551.

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