Nur als Gemeinschaft – Tamara Rosenbach in der Deutschen Sportjugend

Ein Beitrag von Gwendolin Koch

Tamara Rosenbach schnarcht nicht. Sie liegt auf einer dicken Luftmatratze in einem Klassenzimmer und schläft tief und zufrieden. Die Gruppe 17-jähriger Mädchen, die kichernd in den Raum stolpert, hört sie nicht.

Tamara Rosenbach ist dsj-Vorstandsmitglied und Teil der großen Gemeinschaft der engagierten Jugendlichen, die während des jugend.macht.sport!-Events ihr Können unter Beweis gestellt haben
Foto: Kai Peters

Wenn man sie ungeschminkt und mit noch feuchten Haaren beim Frühstück pappige Brötchen essen sieht, fällt sie einem gar nicht auf. Sie wirkt wie eine junge Engagierte unter vielen jungen Engagierten beim jugend.macht.sport!-Event. Was sie aber vom Rest unterscheidet: Sie ist Vorstandsmitglied der Deutschen Sportjugend (dsj).

Die Position hat sie erst seit Oktober 2016, ist da „so ein bisschen reingerutscht“. Ursprünglich kommt sie aus dem CVJM, hat dort im Sportbereich ein FSJ auf Bundesebene gemacht. Danach wurde sie direkt zur zweiten Vorsitzenden gewählt, behielt den Posten für drei Jahre von 2013 bis 2016. Als sie anfing, war sie gerade erst 19 Jahre alt.

Die Themenfelder, mit denen sie sich hauptsächlich auseinandersetzt, sind „FSJ im Sport“ und „Junges Engagement“. Beidem könnte sie kaum näherstehen und das ist ihr sehr wichtig.

Es geht nicht nur um Sport

Generell einen direkten Bezug zu erstellen, ist auf sämtlichen Ebenen ihr Hauptanliegen. In der dsj gehe es nicht nur um Sport, sondern wie im CVJM um das Ganzheitliche: Körper, Seele, Geist.

Dafür muss man nicht christlich sein, die Strukturen und Projekte in dem Bereich waren schon vor ihrem Engagement vorhanden, wie sie sagt: Demokratie leben, Partizipation, die Zusammenarbeit mit der Behindertensportjugend. Der Mensch stehe hier im Fokus, Sport sei nur ein Aspekt, bzw. der Anlass.

Sie will als U27-Vorstandsmitglied die Barriere überwinden, die durch die scheinbare Hierarchie zwischen jungen Engagierten und Krawattenträgern mit lichtem Haaransatz entsteht. Deswegen schläft sie auch mit den anderen Teilnehmenden in der Schule und nimmt kalte Duschen in Kauf.

Teil der Gemeinschaft zu sein, das sei der Zweck dieses Events. Und irgendwie der der dsj im Allgemeinen. Das will sie durch ihre Arbeit mehr in den Fokus stellen: Teamgeist, Mannschaftsgefühl, zusammen Spaß haben. Und jungen Engagierten entsprechende Anerkennung zukommen lassen, keine Zweiklassengesellschaft im Sport haben. Und das eben auch, wenn es bedeutet, dass man mal kein Ei frühstücken kann und der Rücken nach ein paar Nächten auf dem harten Boden etwas wehtut.

Gwendolin Koch, dsj

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