Bereichernde Begegnungen mit Obdachlosen beim Freiwilligendienst in Valparaíso

„Nein, du bist die Erste, mit der ich heute spreche …“, „Danke fürs Zuhören, ich wüsste nicht, wem ich es sonst hätte erzählen sollen …“

Plaza Echaurren, hier halten sich viele Obdachlose auf

Nicht nur einmal haben wir diese oder ähnliche Sätze an einem Freitagabend an der Plaza Echaurren, einem Platz, an dem sich viele sozial benachteiligte Personen aufhalten, oder in der Obdachlosenunterkunft „Ejército de Salvación“ gehört.

Kannst du dir das vorstellen? – einen ganzen Tag unterwegs zu sein, ohne mit jemandem zu sprechen, ohne jemanden zu haben, der fragt, wie es dir geht? Und das alles in einer Stadt wie Valparaíso – bunt, voller Leben, Musik und Stimmen.

In unserem Freiwilligendienst gehört gerade die Arbeit mit diesen Menschen zu den Aufgaben, die wir am meisten lieben gelernt haben. Und das schon nach den ersten Wochen, in denen wir uns erst einmal daran gewöhnen mussten, ungepflegten, oft alkoholisierten oder unter Drogeneinfluss stehenden Menschen zu begegnen. Ja, sie nach der chilenischen Kultur sogar noch auf die Wange zu küssen.

Begegnungen in der Obdachlosenunterkunft

Doch nach dieser ersten Zeit der Eingewöhnung spielen die äußeren Umstände, die auch in der Unterkunft erschreckend sind, mittlerweile keine Rolle mehr.

Eigentlich freuen wir uns nur noch darauf, unsere neu gewonnen Freunde zu treffen und zu hören, wie es ihnen in der vergangenen Woche ergangen ist.

Bei unseren Begegnungen profitiert aber keinesfalls nur eine Seite! Für uns ist es zum einen total schön zu sehen, wie sehr sich die Leute freuen, Zeit mit uns zu verbringen. Zum anderen beeindrucken und beschäftigen uns ihre Lebensgeschichten, ihre Einstellungen und das, was sie jeden Tag erleben.

Was wir den Leuten bringen, ist letztendlich viel mehr, als ein Stück Brot und eine Tasse Tee: Es ist das Gespräch, die Freude und Hoffnung, die sie uns auf ihre Art und Weise von ganzem Herzen zurückgeben!

Cool ist außerdem, viele unserer Freunde vom Freitagabend am Samstag zu einem warmen Mittagessen im YMCA willkommen heißen zu dürfen. So wie auch am Freitagabend, bereiten wir mit den Teens und Jugendlichen aus dem YMCA und einem Team Freiwilliger alles vor. Beim gemeinsamen Essen bleibt mehr Zeit für Gespräche und auch hier macht die Gemeinschaft noch viel mehr aus als das Essen an sich.

In Zukunft gilt es, diese beiden Projekte noch weiter zu verbessern und zu vergrößern – danke an jeden, der dafür spendet oder die Arbeit hier in Gedanken oder im Gebet unterstützt!!!

Es lohnt sich für jeden Menschen, den wir damit erreichen.

Carolin Blauth, Freiwillige im YMCA Valparaíso/ Chile

Carolin Blauth macht mit drei anderen Freiwilligen zusammen für neun Monate einen Freiwilligendienst in Valparaíso/ Chile.

Ihr Freiwilligendienst wird gefördert durch das weltwärts-Programm des BMZ. Durch die enge Partnerschaft des CVJM Bayern mit dem YMCA Chile kann die Arbeit dort optimal begleitet werden.

Spenden für die Arbeit des YMCA Valparaíso mit sozial benachteiligten Menschen sind bei Aktion Hoffnungszeichen herzlich willkommen unter der Projektnummer 42332.

Hier kann für die Arbeit des YMCA Valparaíso gespendet werden.

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