Warum Religion und Kultur in der Kinder- und Jugendhilfe von Bedeutung sind

Im vergangenen Wintersemester stellten Sylke Kösterke und Michael Tüllmann von der evangelischen Stiftung Rauhes Haus Hamburg erste Forschungsergebnisse zum religions- und kultursensiblen Handeln in der Kinder- und Jugendhilfe im Forschungskolloquium der CVJM-Hochschule in Kassel vor (darüber berichtete die Stiftung Rauhes Haus auch in ihrem Newsletter).

Sylke Kösterke von der evangelischen Stiftung Rauhes Haus Hamburg

Sylke Kösterke von der evangelischen Stiftung Rauhes Haus Hamburg

Das Projekt untersuchte, inwiefern die eigene Religion und die jeweilige Kultur – insbesondere von jungen Menschen mit Migrationshintergrund – in der Kinder- und Jugendhilfe als Ressource für die Entwicklung der Jugendlichen genutzt werden kann (die Auswertung gibt es hier). Derzeit entwickelt das Rauhe Haus aus dieser Studie das Konzept der religions- und kultursensiblen Pädagogik. Eine erste Broschüre stellt den Ansatz komprimiert vor.

Sylke Kösterke

Die Stiftung Rauhes Haus stellt an der CVJM-Hochschule ihre Forschungsergebnisse vor

Im Anschluss an die Vorstellung der Forschungsergebnisse ergab sich eine angeregte Diskussion unter den Teilnehmenden. Gerade für die Studierenden an der CVJM-Hochschule kann dieser methodische Ansatz neue Perspektiven öffnen, denn an der CVJM-Hochschule in Kassel sind viele Studierende eingeschrieben, die sich aktiv in der Jugendarbeit des CVJM und der evangelischen Kirche engagieren. „Der integrative Ansatz von Religionspädagogik und Sozialer Arbeit an der CVJM-Hochschule und die damit verbundene ,Bilingualität’, die wir unseren Studierenden vermitteln wollen, ist für diesen Ansatz ein guter Nährboden“, so Prof. Dr. Germo Zimmermann, der den Kontakt zum Rauhen Haus hergestellt hatte. Eine der diskutierten Fragen war, wie eine Haltung der Offenheit und zugleich der Authentizität gelingen kann. Sie ist Voraussetzung für den Dialog auf Augenhöhe mit den Jugendlichen. Eine Studentin formuliert es folgendermaßen: „Wenn ich im Gespräch nach ‚meiner Wahrheit‘ gefragt werde, wie kann ich da den Rollenwechsel von der interessierten Pädagogin, die Fragen stellt, hin zur überzeugten Christin schaffen, die von ihrem Glauben nicht nur reden, sondern ihn auch weitergeben möchte? Und wie bleibe ich dabei authentisch?“

Eine Broschüre stellt den Ansatz das Konzept der religions- und kultursensiblen Pädagogik komprimiert vor.

Eine Broschüre stellt das Konzept der religions- und kultursensiblen Pädagogik komprimiert vor

Gegenwärtig untersucht eine Bachelorandin der CVJM-Hochschule inwiefern der Ansatz der religions- und kultursensiblen Pädagogik auch in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit Anwendung finden kann. Darüber hinaus ist ein wissenschaftlicher Sammelband an der Evangelischen Hochschule Hamburg geplant. Hier sollen in einem nächsten Schritt der gegenwärtige Stand der Forschung und Best-Practice-Beispiele aus der Praxis zusammengefasst werden. Seitens der CVJM-Hochschule ist Prof. Dr. Germo Zimmermann an dem Band als Autor beteiligt.

Weitere Informationen zum Projekt findet ihr hier.

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