Weltwassertag: Frisches Wasser in der heißen Wüste im Sudan

Seit 1993 wird jährlich am 22. März der Weltwassertag begangen.

Kinder holen mit Eseln das lebensspendende Nass vom EJW-Weltdienst-Brunnen (alle Fotos: Berti Kober, EJW-Weltdienst)

Kinder holen mit Eseln das lebensspendende Nass vom EJW-Weltdienst-Brunnen
(alle Fotos: Berti Kober, EJW-Weltdienst)

Ziel des Internationalen Weltwassertages ist es, auf die Bedeutung des Wassers als Lebensgrundlage für die Menschheit, den Schutz der Wasservorkommen und deren nachhaltige Nutzung aufmerksam zu machen.

Die Weltdienstmitarbeiter Fritz Leng und Berti Kober konnten sich bei ihrem Besuch Anfang November im Sudan davon überzeugen, wie groß der Bedarf der Menschen in diesem trockenen Land an sauberem, klarem Wasser ist:

In dieser Wüstengegend ist ein Brunnen ein Segen für die Menschen

In dieser Wüstengegend ist ein Brunnen ein Segen für die Menschen

Mit zwei Gelände-Fahrzeugen starteten wir am frühen Morgen. Eines war unser „Ersatzteil-Auto“, falls eines versagen sollte. Wie hoffnungsvoll! Nach zwei Stunden streikte dann tatsächlich der Kühler des Hauptfahrzeugs und wir fuhren mit dem „Ersatzteil-Auto“ weiter. Wir hatten eine stundenlange Fahrt durch eine Stein- und Sandwüste, aber auch überflutete Wadis vor uns. Das ist die heiße Read Sea Region im Norden des Sudans: Eine trockene, unwirtliche und fast baumlose Wüstengegend. Wir fragten uns immer wieder: Wie können Menschen in dieser trockenen Landschaft leben und von was? Für uns Mitteleuropäer unvorstellbar.

Wir waren froh, nach über vier Stunden Fahrt einen Brunnen zu erreichen, der von den Partnern des EJW-Weltdienstes hier gebohrt wurde. IAS (International Aid Services) ist seit vielen Jahren unser verlässlicher Partner für die Wasserprojekte im Sudan.

Am Brunnen treffen sich Kinder, Frauen und Männer zum Wasserholen. Hier spürt man, wie wichtig Wasser für das Leben ist

Am Brunnen treffen sich Kinder, Frauen und Männer zum Wasserholen. Hier spürt man, wie wichtig Wasser für das Leben ist

Eindrücklich war die Begegnung mit einigen Kindern und Erwachsenen an diesem durch den EJW-Weltdienst finanzierten Brunnen. Hier in diesem Umfeld wird deutlich. Wasser ist Leben!

Wie bei allen Brunnenbohrprojekten durch IAS im Sudan, ging auch dieser Brunnenbohrung eine intensive, geologische Prüfung der Bohrstelle voraus. Und nachdem in ca. 37 Metern Tiefe Wasser gefunden wurde, wurde dieses genau analysiert, um zu überprüfen, ob die Wasserqualität gut ist. Denn immer wieder gibt es auch bei Wasserfunden Wasser mit zu viel Nitrat- oder Salzanteilen und das Wasser ist nicht trinkbar.

Mit einfachen, handbetriebenen Pumpen erhalten die Menschen lebensnotwendiges, klares und sauberes Wasser

Mit einfachen, handbetriebenen Pumpen erhalten die Menschen sauberes Wasser

Aber an diesem Brunnen können nun die Dorfbewohner und umherziehenden Nomaden durch einfache, handbetriebene Pumpen lebensnotwendiges, klares und sauberes Wasser erhalten.

Dies erspart den Kindern und Frauen nicht nur weite Wege, um Wasser von schlechter Qualität in einfachen Brunnen zu holen. Gutes, sauberes Wasser ist gleichzeitig auch Gesundheitsvorsorge und bewahrt vor vermeidbaren Krankheiten.

Teilweise holen die Menschen mit Eseln Wasser. Die Esel haben zu Beuteln genähte, alte Autoreifenschläuche übergehängt. In jeden Schlauch passen 60 Liter Wasser (also mehr als 100 Liter je Esel!)

Teilweise holen die Menschen das Wasser mit Eseln. Die Esel haben zu Beuteln genähte, alte Autoreifenschläuche übergehängt. In jeden Schlauch passen 60 Liter Wasser

Vor dem  Start einer Brunnenbohrung  ist für unsere Projektpartner IAS neben der geologischen Untersuchung auch die intensive Beteiligung der Dorfgemeinschaft Grundvoraussetzung. Daher ist die praktische Mitarbeit bei der Installation sowie spätere, einfache Wartung der Handpumpen selbstverständlich.

Spät abends sind wir aus der Wüste wieder gut in die Stadt zurückgekehrt. Das Ersatzteil-Auto hat durchgehalten. „Thanks God“, lernt man hier oft zu sagen!

Sudanesische IAS- und Regierungsmitarbeiter, Berti Kober und Fritz Leng

Sudanesische IAS- und Regierungsmitarbeiter mit Berti Kober und Fritz Leng

Bei einem späteren Gespräch mit der zuständigen Mitarbeiterin der sudanesischen Wasserbehörde bedankte diese sich bei den IAS-Mitarbeitern und den deutschen Weltdienstbesuchern: „Vielen Dank an IAS, die einzige NGO (Nicht Regierungs-Organisation), die in dieser heißen und trockenen Gegend des Sudans Brunnen für die bedürftigen Menschen bohrt. Ich hoffe, dass diese Unterstützung durch das EJW weitergeht“.

Das haben wir versprochen!

Berti Kober und Fritz Leng, EJW-Weltdienst

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