Mitarbeiterschulungen im YMCA – Beide Seiten sind Lernende

Bei seinen Besuchen der YMCAs in Ghana und Sierra Leone lernte Eckard M. Geisler, Bundessekretär für Weltdienst und internationale Beziehungen des CVJM-Westbunds, nicht nur viel über die YMCAs vor Ort, sondern konnte auch seine Erfahrungen aus dem deutschen CVJM an die hauptamlichen Mitarbeitenden weitergeben:

Mein Besuch bei den YMCA in Ghana und Sierra Leone wurde von den beiden Generalsekretären Kwabena Nketia Addae (Ghana) und Christian Kamara (Sierra Leone) zum Anlass genommen, ihre hauptamtlich Mitarbeitenden zu Mehrtagesworkshops einzuladen. Hierbei wollte man gern meine Mitarbeit haben. Die habe ich natürlich zugesagt.

Gegenseitiges Lernen bei Mehrtagesworkshops

Gegenseitiges Lernen bei Mehrtagesworkshops

Viele für die CVJM-Praxis in Deutschland relevante Themen hat man sich als Bundessekretär über die Jahre erarbeitet und verfügbar. Doch diese eben mal schnell auf Englisch mit einer Gruppe Interessierter zu erarbeiten, ist zu kurz gegriffen. Schnell ist mir klar geworden, dass es gar nicht so simpel ist, sich die Einstiegs- und Zugangsvoraussetzungen von Menschen einer anderen Kultur für eine Thematik zu vergegenwärtigen, wenn es sich nicht gerade um Mathematik und Formeln handelt. Inhalte, die sich auf das Zusammenleben von Menschen und die Dynamik von Gruppen beziehen, bergen doch starke kulturelle Eigenheiten in sich. Und hat man ein Thema, dann stellt sich die Frage, von welchen Voraussetzungen man ausgehen und worauf man aufbauen kann.

Es war schon eine Herausforderung, Themen wie „Vertrauen als Grundlage für Zusammenarbeit“, „Interkulturelle Kommunikation“ und selbst einen Fotoworkshop vorzubereiten. Kinder und Jugendliche wachsen bei uns mit Smartphones und Digitalkameras auf. Handys mit ihren Fotofunktionen verbreiten sich in Westafrika allmählich mehr und mehr. Digitalkameras haben die wenigsten. Klar, dass da die Voraussetzungen ganz andere sind.

In den Workshops lernten die Mitarbeitenden ihren eigenen YMCA und die Arbeit der CVJM in Deutschland besser kennen

In den Workshops lernten die Mitarbeitenden ihren eigenen YMCA und die Arbeit der CVJM in Deutschland besser kennen

So waren am Ende beide Seiten Lernende, denn durch die Form der Beteiligung, der Rückmeldungen und der Gespräche in den Pausen, merkte ich schnell, ob ich den Nerv getroffen hatte.

Da über die Jahre Vertrauen und Beziehungen gewachsen sind und ich bei den vielen Begegnungen im jeweiligen Land ja immer auch der Lernende war und bin, machte es mir viel Spaß, mich dieser Herausforderung zu stellen und mich gemeinsam mit ihnen auf den Weg zu machen.

Eckard M. Geisler, Bundessekretär für Weltdienst und internationale Beziehungen des CVJM-Westbunds

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Newsletter abonnieren (Jederzeit wieder abbestellbar)