Kooperationsvereinbarung unterzeichnet: Hochschulen vereinbaren Praxis- und Forschungstransfer

Mit Erlebnispädagogik jungen Stotterern helfen

Am 14. Juli unterzeichneten Vertreter der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH) Zürich, der IB Medizinische Akademie Freiburg  und der CVJM-Hochschule Kassel eine Kooperationsvereinbarung. Das Ziel dieser Vernetzung besteht in der Begleitung der Stotterintensivtherapiewoche „Stotterchamp“ ¹.

Spiel und Spaß

Freude und Spaß kommen nicht zu kurz

Dieses Camp für junge Menschen, die unter Stottern leiden, besteht bereits seit 15 Jahren. Die Intensivtherapiewoche in Tägerwilen (Schweiz) ist gekennzeichnet durch eine individuelle Betreuung der Jugendlichen und bietet die Chance, in einem erlebnispädagogischen Setting (mit Klettern, Tauchen, Bogenschießen und kooperativen Abenteuerübungen) einen neuen Umgang mit dem Stottern zu entwickeln und flüssiger zu sprechen.

„Das Institut für Erlebnispädagogik (IfEP) der CVJM-Hochschule wird das Stotterchamp in Zukunft durch eine konzeptionelle Beratung unter Berücksichtigung des integrativen Methodenansatzes von Logopädie und Erlebnispädagogik in der Praxis weiter entwicklen“ stellt Prof. Dr. Germo Zimmermann das Ziel der Kooperation heraus.

Neben der Praxisentwicklung liegt ein zweites Ziel der Vereinbarung auf der wissenschaftlichen Begleitforschung des Stotterchamps. Dabei bringen die jeweiligen Institutionen ihre wissenschaftliche Expertise in die Kooperation mit ein.

Niedrigseilparcours

Samuel Bauer vom IfEP im Niedrigseilparcours

Erste Kontakte, die den Mehrwert der Kooperation bereits angedeutet haben, wurden schon im vergangenen Jahr geknüpft. Henry Esche vom IfEP,  der für die Praxisentwicklung der Kooperation verantwortlich sein wird, konnte am Beispiel des Bogenschießenes und eines Niedrigseilgartens konkrete Ansätze der Sprachtherapie für die Teilnehmenden verdeutlichen.

Darauf aufbauend wurde in diesem Jahr unter fachkundiger Anleitung von Samuel Bauer (ebenfalls IfEP) die 15. Stotterintensivtherapiewoche begleitet. Des weiteren bot eine erste teilnehmende Beobachtung den wissenschaftlichen Einstieg ins Forschungsfeld.

„Wir freuen uns auf die Kooperation mit der CVJM-Hochschule und sind überzeugt, hier den richtigen Partner für die Weiterentwicklung unseres Angebots und eine vertiefte fachliche Auseinandersetzung gefunden zu haben. Es reizt uns sehr, die Schnittstelle (Erlebnis-)Pädagogik / (Sprach-)Therapie zu bearbeiten“ erklärt Prof. Wolfgang G. Braun von der HfH.

Gruppenfoto mit Vereinbarung

Prof. Wolfgang G. Braun, Karl Schneider (Freiburg), Prof. Susanne Amft, Prof. Dr. Jürgen Kohler und Prof. Dr. Germo Zimmermann (Kassel) (v.l.n.r.) [alle Personen aus Zürich, falls nicht anders vermerkt]

Mit der Kooperationsvereinbarung bringen die drei beteiligten Institutionen den Wunsch zum Ausdruck, gemeinsam in Praxis und Forschung einen innovativen Therapie-Ansatz der Logopädie durch eine wissenschaftliche Begleitforschung weiter zu entwickeln.

Germo Zimmermann

 ¹ „Stotterchamp“ – ein Wortspiel: wäh­rend des Auf­ent­halts in der Intensivtherapie in einem Camp können stotternde Kinder und Jugendliche sich als Champs erfahren, weil sie den Mut aufbringen an ihrer Sprache zu arbeiten

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